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Rook-Piercing: Das musst du über das angesagte Ohrpiercing wissen

von Christina Cascino Erstellt am 10. April 2020
© Getty Images

Ohrpiercings sind derzeit gefragt wie nie. Hier kommen alle wichtigen Infos über Schmerzen, Risiken und die richtige Pflege des Rook-Piercings.

Ohrpiercings sind derzeit super angesagt. Besonders im Trend liegen sogenannte Curated Ears. Heißt: Wir lassen uns alle möglichen Stellen an den Ohren nach Lust und Laune piercen. Je mehr, desto besser. Die Ohrlöcher werden dann mit schönen Ohrringen und Piercings geschmückt und aufeinander abgestimmt.

Neben Helix, Conch und Snug ist auch das Rook-Piercing besonders beliebt. Dieses Ohrpiercing sitzt senkrecht in der mittleren Knorpelfalte zwischen der inneren und äußeren Ohrmuschel, der Antihelix.

Das sieht zwar super stylisch aus, doch die schlechte Nachricht: Ähnlich wie das Daith-Piercing zählt auch das Rook zu den recht schmerzhaften Piercings, da hier durch sehr festes Knorpelgewebe gestochen wird. Hinzu kommt eine recht lange Heilungsdauer.

Wir verraten euch, was ihr vor dem Stechen des Rook-Piercings unbedingt wissen solltet.

Wichtig: Das Rook-Piercing sollte - wie alle anderen Ohrpiercings und -löcher auch - ausschließlich in einem professionellen Piercing-Studio gestochen werden. Laienhaftes Piercen könnte zu heftigen Entzündungen führen.

Außerdem solltet ihr bei einem Piercer zunächst abklären, ob das Rook überhaupt an eurem Ohr gestochen werden kann. Denn das Rook-Piercing wird in der kleinen Falte direkt über dem Tragus gestochen. Und die hat nicht jeder bzw. nicht bei jedem Menschen ist sie stark genug ausgeprägt.

Auch lesen: Ihr wollt ein Ohrpiercing? Wir haben alle Infos über Methoden, Tipps und Risiken!

Übrigens: Benannt wurde das Ohrpiercing nach dem Piercer Rik Dakota, dessen Spitzname "Rook" ist. Der Amerikaner soll 1992 der erste Mensch gewesen sein, der dieses Knorpelpiercing gestochen hat.

Rook-Piercing: So wird das Ohrpiercing gestochen

Wie bei anderen Piercings auch wird vor der eigentlichen Behandlung das Ohr zunächst gründlich desinfiziert und die Einstichstelle mit einem Stift markiert.

Da das Knorpelgewebe an der Antihelix, an der das Rook-Piercing sitzt, extrem dick ist, wird zum Piercen in der Regel eine gebogene Nadel und/oder eine sogenannte Receiving Tube verwendet.

Eine Receiving Tube ist eine kleine Röhre, die am Ende geschlossen ist und während dem Stechen hinter das Ohr gehalten wird, sodass Gegendruck entsteht. Die Röhre schützt so das umliegende Gewebe vor Verletzungen.

Rook-Piercing: Wie schmerzhaft ist das Piercen?

So schön das Rook-Piercing auch aussieht – leider sollen die Schmerzen beim Stechen nicht ganz ohne sein. Das Knorpelgewebe ist an dieser Stelle extrem dick und von vielen kleinen Nerven durchzogen. Deswegen gehört das Rook-Piercing auch zu den schmerzhafteren Ohrpiercings. Wie groß die Schmerzen sind, hängt natürlich vom eigenen Schmerzempfinden ab.

Aber: Das Piercen dauert nur wenige Sekunden, sodass sich die Schmerzen gut aushalten lassen. Nach dem Stechen schwillt das Ohr meist etwas an, pocht oder fühlt sich heiß an. Auch diese Beschwerden klingen aber nach kurzer Zeit wieder ab.

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Rook-Piercing stechen lassen: Das sind die Risiken

Das Rook-Piercing wird durch relativ dickes Knorpelgewebe gestochen und bringt daher einige Risiken mit sich. Auch der Heilungsprozess verläuft nicht immer ganz so schnell und unkompliziert wie bei einem klassischen Ohrloch.

Verfängt sich euer Piercing zum Beispiel häufig in Kleidung oder in den Haaren oder wird starker Druck auf die Stelle ausgeübt, z.B. beim Schlafen, Tragen von Kopfhörern oder Telefonieren, dann können teils sehr starke Schmerzen auftreten. Außerdem kann es während der Wundheilung zur Neubildung von Gewebe kommen. Dieses Gewebe bildet der Körper, um die Verletzung zu bekämpfen.

Entzündet sich das Piercing, sollte unbedingt sofort ein Arzt oder ein Piercer aufgesucht werden. Breitet sich nämlich eine Entzündung oder Infektion über die Lymphgefäße und das Innenohr auf den Gesichtsnerv aus, kann es im allerschlimmsten Fall zu einer Gesichtslähmung oder Beeinträchtigung des Gesichtsnervs kommen.

Wie teuer ist ein Rook-Piercing?

Wie viel das Stechen des Rook-Piercings kostet, lässt sich pauschal nicht sagen. Die Kosten variieren meist von Studio zu Studio und von Region zu Region.

In der Regel müsst ihr für das Ohrpiercing aber zwischen 30 bis 80 Euro bezahlen. Im Preis ist meist nicht nur das Piercen an sich, sondern auch der Erstschmuck sowie Pflegemittel enthalten.

Lesetipp: Piercing-Trends: Die wollen wir jetzt!

Rook-Piercing: Alles zur Heilung und richtigen Pflege

Bis ein Rook-Piercing vollständig abgeheilt ist, dauert es meist drei bis sechs Monate. In manchen Fällen kann die Heilung aber auch länger dauern. Damit das Piercing möglichst reibungslos und schnell verheilt, solltet ihr nach dem Stechen auf folgende Dinge achten:

  • Finger weg vom Piercing! Je mehr ihr es bewegt oder daran herumspielt, desto größer ist das Risiko einer Entzündung. Falls ihr es dennoch anfassen müsst: Hände vorher gut waschen und desinfizieren.

  • Einstichstelle dreimal täglich mit Desinfektionsspray (gibt es im Piercing-Studio oder hier bei Amazon*) einsprühen.

  • In den ersten Tagen auf blutverdünnende Medikamente (z.B. Aspirin) verzichten und das Piercing vor Seife, Shampoo und Haarspray schützen.

  • In den ersten zwei Wochen auf Schwimmbad-, Solarium-, und Saunabesuche sowie bestimmte Sportarten (Ballsport, Turnen, ...) verzichten.

  • Vermeidet starken Druck auf dem Piercing (z.B. durch Mützen, Kopfhörer oder Draufliegen).

  • Eventuell entstehende Krusten können vorsichtig mit warmem Kamillenwasser entfernt werden.

  • Piercing sollte auf keinen Fall herausgenommen werden.

Was zu tun ist, wenn sich euer Piercing doch mal entzündet, erfahrt ihr hier: Piercing entzündet: Was du tun kannst und wann du zum Arzt solltest.

Rook-Piercing: Diesen Schmuck gibt es

Sobald euer Ohrpiercing vollständig abgeheilt ist, könnt ihr den Medizinstecker durch anderen Ohrschmuck austauschen lassen. Für das Rook-Piercing werden meist kleine Ringe verwendet.

Hier kommen alle Arten von Piercingringen in Frage, zum Beispiel klassische Ball Closure Ringe, Segment Clicker oder Hufeisen. Besonders beliebt sind übrigens auffällige Ringe in Gold oder Ringe mit Glitzer-Steinchen.

Wer keinen Ring möchte, der kann für das Rook natürlich auch eine Banane, also ein Curved Barbell verwenden. Auch die gibt es inzwischen in allen Farben und Designs.

Achtet darauf, hochwertigen Schmuck zu wählen. Am besten sind Piercings aus Titan oder PTFE. Piercings aus chirurgischem Edelstahl sind hingegen nickelhaltig und können dadurch Allergien und Entzündungen hervorrufen.

Quellen & weitere Informationen zu gesundheitlichen Risiken des Piercings:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.

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