Home / Fit & Gesund / Diät & Ernährung / Die Atkins-Diät

Fit & Gesund

Die Atkins-Diät

Linda Chevreuil
von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 19. November 2007
A-
A+

Vielleicht haben Sie in den letzten Jahren etwas von der Atkins-Diätbewegung gehört? Der amerikanische Arzt Robert Atkins sorgte mit seiner Methode in den USA für Furore und konnte dann auch in Europa gewisse Erfolge verzeichnen.

Wie funktioniert die Diätmethode?
Laut Dr. Atkins, der seine Diät in den 70er Jahren entwickelt hat, sind Übergewichtsprobleme nicht auf eine zu kalorienreichen Ernährung sondern auf ein gestörtes Gleichgewicht des Ernährungsstoffwechsels, genauer gesagt auf eine schlechte Zuckeraufnahme durch den Körper, zurückzuführen.
Unser Organismus gewinnt seine Energie aus den durch die Nahrung aufgenommenen Energieträger Zucker und Fett. Die Atkins-Diät stützt sich daher auf ein einfaches Prinzip: Die Aufnahme von kohlenhydratreicher Nahrung muss reduziert werden (Low Carb Diät) um den Körper dazu zu zwingen zur Energiegewinnung seine eigenen Fettreserven anzugreifen und abzubauen. Resultat: Das körpereigene Fett wird verbrannt, der Gewichtsverlust ist garantiert. Kalorien spielen in diesem Zusammenhang also keine Rolle. Es werden alle Kohlenhydrate verbannt, egal ob es sich um „langsame Zucker" (Hülsenfrüchte oder stärkehaltiges Gemüse) oder um „schnelle Zucker“ (Früchte, Süßigkeiten oder Alkohol) handelt. Bei der Atkins-Methode darf man beliebig viel Eiweiß und Fett zu sich nehmen, also Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Eier, ungezuckerte Milchprodukte, Mayonnaise, Butter, Öl oder Käse. Fazit: Die Mahlzeiten der Atkins-Diät bestehen aus Fleisch, Fisch, Eiern und Käse. Diese Grundprodukte können mit kohlenhydratarmem Gemüse kombiniert werden (zum Beispiel: eine kleinen Portion grünes oder ballaststoffreiches Gemüse, Salat oder Küchenkräuter).

Ein typisches Tagesmenü
Frühstück: Rührei, Cheddar-Käse, ungezuckerter Tee oder Kaffee.
Mittagessen: Salat mit Schinken, Hähnchen, Sellerie, Kopfsalat, Käse und Olivenöl.
Abendessen: Forelle, grüner Salat, Avocado, Olivenöl, Magerjoghurt ohne Zucker.

Das Ergebnis
Zu Beginn der Diät ist ein sehr schneller Gewichtsverlust zu verzeichnen. In der ersten Woche können 2-4 Kilo, danach ca. 6 Kilo pro Monat dahin schmelzen.

Vorteile
Mit der Atkins-Diät kann man schnell abnehmen ohne Kalorien zu zäheln oder zu hungern. Man isst dabei sogar mehr als bei einer „herkömmlichen“ Diät, da typische, bei anderen Methoden meist verbotene, "Dickmacher" wie Wurst, Käse, Fisch, Sahne und Eier hier erlaubt sind.
Als fett- und eiweißreiche aber kohlenhydratarme Diät schränkt die Atkins-Methode Knabbereien ein und bremst den Appetit (Fett sättigt schnell, wenn auch nicht auf Dauer, während Eiweiß den Hunger längerfristig stillt).
Die Regeln sind relativ einfach zu befolgen.

Nachteile
Diese Diät ist sehr umstritten und wird von Ernährungsexperten als einseitig und auf lange Sicht gesundheitsschädlich eingeschätzt.
Die massive Fettzufuhr erhöht den Cholesterinspiegel und schädigt das Herz und die Gefäße. Es stimmt zwar, dass der Körper den nötigen Brennstoff für seinen Energiebedarf aus den Fettreserven bezieht wenn er über die Nahrung nicht mehr mit Kohlenhydraten versorgt wird. Aber er ernährt sich auch aus der Muskelmasse und das kann zu körperlicher und geistiger Schwäche sowie zu Übelkeit führen.
Wie bei allen Diäten mit einem Ausschlussprinzip besteht auch hier ein hohes Risiko für Vitamin-, Mineralstoff-, oder Ballaststoffmangel.
Die geringe Ballaststoffaufnahme kann außerdem zu Verstopfungen führen.
Die Langzeitwirkung dieser Diät ist sehr zweifelhaft, da die verlorenen Pfunde nach dem Übergang zu einer normalen Ernährung meist schnell wieder ansetzen.

von Linda Chevreuil