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Schwanger trotz negativem Test: Wie kann das sein?

von Anne Walkowiak Erstellt am 17.09.21 um 08:00

Auch bei einem negativen Schwangerschaftstest kann man unter gewissen Umständen schwanger sein. Aber wie ist das möglich?

Frauen, die einen großen Kinderwunsch verspüren, warten sehnsüchtig auf den Tag, an dem sie einen Schwangerschaftstest machen dürfen. Ist das Ergebnis negativ, sind sie verständlicherweise enttäuscht. Auf der anderen Seite kann es für Frauen erlösend sein, wenn der Test negativ ist. In der Regel und bei korrekter Anwendung ist ein Schwangerschaftstest für zu Hause recht zuverlässig. Manchmal aber zeigt er ein falsches Ergebnis an und Frau ist schwanger trotz negativem Test.

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Wir wollen erklären, warum das passieren kann und wie man Fehler in der Anwendung vermeidet. Außerdem werfen wir auch einen Blick auf die Frage, ob ein positiver Schwangerschaftstest immer bedeutet, dass man auch wirklich schwanger ist.

Wie funktioniert ein Schwangerschaftstest?

Um zu klären, wieso man schwanger trotz negativem Test sein kann, müssen wir uns genauer anschauen, wie ein Schwangerschaftstest für zu Hause funktioniert und wo die Tücken versteckt sind. Denn eigentlich scheint seine Anwendung doch ganz einfach.

Was der Schwangerschaftstest misst, ist der Gehalt des Hormons Beta-hCG, besser bekannt als Schwangerschaftshormon, im Urin der Frau. Bei einer positiven Schwangerschaft steigt das Beta-hCG-Level in den ersten 12 Schwangerschaftswochen (SSW) kontinuierlich an und fällt nach der 12. SSW aber wieder ab.

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Genau hier finden sich bereits zwei potenzielle Fehlerquellen für eine Schwangerschaft trotz negativem Test. Nämlich der Zeitpunkt des Tests in Kombination mit dem Test selbst und der Tageszeit, an dem der Test gemacht wurde. Aber eins nach dem anderen.

Schwanger trotz negativem Test: War es der richtige Test zur richtigen Zeit?

Der Zeitpunkt, an dem man einen Schwangerschaftstest machen möchte, ist entscheidend dafür, welchen Test man wählt. Will man bereits vor dem eigentlichen Beginn der Periode wissen, ob man vielleicht schwanger ist, sollte man einen Schwangerschaftsfrühtest machen. Denn dieser reagiert sensibler auf das Schwangerschafthormon Beta-hCG, heißt, er kann bereits kleinere Konzentrationen messen.

Lesetipp: Schwangerschaftsfrühtest: Ab wann und wie sicher?

Aber auch ein Frühtest hat seine Grenzen und ein falsch negatives Ergebnis ist hier wahrscheinlicher als bei einem normalen Schwangerschaftstest. Erst rund fünf Tage nach der Befruchtung der Eizelle nistet sich diese in der Gebärmutter ein. Und erst ab diesem Zeitpunkt bildet der Körper das Hormon Beta-hCG. Zwar steigt der Gehalt in rasantem Tempo an (der Wert verdoppelt sich am Anfang stetig), doch nicht so schnell, dass ein Test bereits jetzt ein positives Ergebnis zeigen würde. Je nach Marke und Sensibilität kann ein Frühtest erst ab fünf bis sechs Tagen vor Einsetzen der Periode ein aussagekräftiges Ergebnis liefern (genaueres findet ihr auf dem Beipackzettel.)

Ein normaler Schwangerschaftstest reagiert erst ein bisschen später, bzw. zeigt erst bei einem höheren Beta-hCG Gehalt an, ob man schwanger ist. Ihn sollte man wählen, wenn man bereits drei bis fünf Tage überfällig ist. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 bis 99% zeigt der Test ein sicheres Ergebnis an.

Ist man also zu ungeduldig, macht den Test zu früh im Zyklus, oder verwendet einen falschen Test, kann das Ergebnis negativ sein und man ist trotzdem schwanger.

Man kann aber auch zu spät dran sein mit einem Schwangerschaftstest. Denn wie bereits erwähnt, sinkt der Gehalt des Schwangerschaftshormons nach der 12. Schwangerschaftwoche wieder. Macht man den Test also zu spät, ist der Beta-hCG Gehalt wieder zu gering und der Test schlägt nicht an. Dann erhält man ebenfalls ein negatives Ergebnis und ist trotzdem schwanger.

Wer also Anzeichen einer Schwangerschaft an sich wahrnimmt, wie das Anschwellen der Brüste, Morgenübelkeit und besonders große Müdigkeit, der sollte unbedingt seinen Frauenarzt aufsuchen. Auch wenn ein Schwangerschaftstest negativ war.

Lesetipp: Einnistung der Eizelle: Diese Symptome sprechen für eine Schwangerschaft

Schwanger trotz negativem Test: Muss ich den Schwangerschaftstest morgens oder abends machen?

Nicht nur der Zeitpunkt im Zyklus kann entscheidend dafür sein, ob man ein negatives Testergebnis erhält und trotzdem schwanger ist. Gerade in den ersten Schwangerschaftwochen, in denen der Gehalt des Schwangerschafthormons erst ansteigt, ist die Uhrzeit entscheidend, zu welcher man den Test macht.

Einen Schwangerschaftsfrühtest, aber auch einen normalen Schwangerschaftstest, sollte man immer morgens, unmittelbar nach dem Aufstehen machen. Idealerweise mit dem ersten Gang zur Toilette. Denn das Level an Beta-hCG ist dann am höchsten, wenn man tatsächlich schwanger ist.

Macht man den Test erst am Nachmittag oder Abend, kann man ein negatives Testergebnis erhalten und trotzdem schwanger sein. Aus dem einfachen Grund, weil man über den Tag viel trinkt und das Hormon soweit 'ausgespült' wird, dass sein Gehalt im Urin schlicht zu gering ist, um gemessen werden zu können.

Schwanger trotz negativem Test: Weitere Fehlerquellen

Es klingt ziemlich simpel, aber ein abgelaufener Schwangerschaftstest kann Schuld an einem falsch negativen Ergebnis sein.

Auch eine falsche Anwendung kann zu einem negativen Ergebnis führen, obwohl man schwanger ist. Zum Beispiel kann man zu kurz, aber auch zu lange auf den Test pinkeln. Auch ein verunreinigter Becher, in welchem man den Urin aufgefangen hat, kann Schuld an einem falschen Ergebnis sein.

Auch bei einer so genannten nicht intakten Schwangerschaft, wie einer Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft, kann ein Schwangerschaftstest ein negatives Ergebnis zeigen. Hier ist es besonders wichtig, dass Frauen auf ihren Körper achten. Vermutet ihr trotz negativem Test eine Schwangerschaft, treten starke (einseitige) Schmerzen im Unterbauch auf und bleibt die Periode (weiter) aus oder treten ungewöhnliche Blutungen auf, sollte man unmittelbar einen Arzt aufsuchen.

Wie wahrscheinlich ist ein falsch negativer Schwangerschaftstest?

Vorausgesetzt man wendet einen Schwangerschaftstest korrekt an, dann besteht mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. einem Prozent das Risiko, dass man schwanger trotz negativem Test ist. In Zahlen heißt das, dass ca. eine von 100 Frauen schwanger ist, obwohl ein Schwangerschaftstest gesagt hat, sie sei es nicht.

Die Mehrheit der falsch negativen Schwangerschaftstests ist wohl aber auf eine nicht korrekte Anwendung, einen abgelaufenen Test oder aber den falschen Testzeitpunkt zurückzuführen.

Nicht schwanger trotz positivem Schwangerschaftstest: Geht das auch?

Es kann auch passieren, dass ein Schwangerschaftstest ein positves Ergebnis zeigt, man aber nicht schwanger ist. Auch hier gibt es wieder verschiedene Ursachen, die zu einem falsch positiven Ergebnis führen können.

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Der Schwangerschaftstest kann einfach abgelaufen sein und deshalb ein positives Ergebnis gezeigt haben. In der Regel sind Tests ein Jahr haltbar. Am besten prüft man das Verfallsdatum vor der Durchführung.

Es ist durchaus möglich, dass du tatsächlich schwanger warst, die Eizelle sich aber ab einem gewissen Zeitpunkt nicht weiterentwickelt hat und es zu einem frühen Abgang kam.

Auch die regelmäßige Einnahme von bestimmten Medikamenten kann einen positiven Schwangerschaftstest zur Folge haben, obwohl man nicht schwanger ist. Dazu gehören beispielsweise Antidepressiva und manche Hormonpräparate.

Wichtiger Hinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient lediglich der Information und ersetzt keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.