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Mehl aufbewahren: So bleibt es länger frisch

von Nicole Molitor Erstellt am 3. September 2020
Mehl aufbewahren: So bleibt es länger frisch© Getty Images/iStock

Wusstet ihr, dass Mehl schlecht werden kann? Damit das nicht passiert, erfahrt ihr hier, wie ihr Mehl aufbewahren und richtig lagern könnt.

Mehl gehört zu den Lebensmitteln, die man immer auf Vorrat braucht. Doch genau wie Nudeln oder Reis hat auch Mehl ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Das drückt aus, wie lange das Mehl laut Hersteller ohne Qualitätseinbuße konsumiert werden kann. Aber wie äußern sich solche "Qualitätseinbußen"? Und wie sollte man Mehl aufbewahren, damit es länger frisch bleibt?

Beim Lagern von Mehl kommt es auf drei Faktoren an: Es darf erstens nicht zu warm sein, zweitens nicht zu feucht und drittens nicht zu hell. Beherzigt man alle Bedingungen, kann sich Mehl (je nach Sorte) über ein Jahr halten.

Wie ihr beim Mehl aufbewahren am besten vorgeht, zeigen wir euch hier. Außerdem verraten wir, wie ihr erkennt, dass das Mehl schlecht geworden oder von Ungeziefer wie Mehlwürmern oder Mehlmotten befallen ist.

Wie lange ist Mehl haltbar?

Wie lange Mehl haltbar ist, hängt von der jeweiligen Mehlsorte ab. Hier kommt es unter anderem darauf an, wie hoch der Anteil an Keimlingen und Kornrandschichten im Mehl ist. Der Grund: Die äußeren Bereiche des Korns sind fetthaltiger und daher schneller verderblich.

Allgemein gilt: Je heller das Mehl, umso länger ist es haltbar. Denn helle Mehle enthalten weniger grobe Kornanteile und sind entsprechend weniger anfällig als kräftige, dunkle Mehle.

Auch lesen: Gesund backen: So kannst du ohne Reue naschen!

Fun Fact: Die Mehl-Typen-Zahl beruht auf der Zusammensetzung des Mehls. Je höher die Zahl, umso mehr Schalenbestandteile sind im Mehl enthalten. Mehle mit hoher Typen-Zahl sind teurer und gesünder, da sie reicher an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen sind. By the way: Da Vollkornmehl aus dem gesamten Korn besteht, hat es als einziges Mehl keine Typen-Zahl.

Haltbarkeit der einzelnen Mehlsorten:

  • Vollkornmehl: 3–4 Wochen
  • Type 1050/ 1150/ 1370; v. a. Roggenmehl: 6–8 Monate
  • Type 405 bis Type 812; v. a. Dinkel- und Weizenmehl: 12–18 Monate


Tipp: Mit den dunklen Mehlen wird hauptsächlich Brot oder Pizzateig zubereitet. Die helleren Mehlsorten sind beliebter beim Kuchen backen, da sie feiner sind.

Im Video: Die besten Methoden zum Konservieren von Lebensmitteln

Video von Aischa Butt

Haltbarkeitsdatum versus Verfallsdatum

Die Zeitangaben oben beziehen sich auf das vom Hersteller empfohlene Mindesthaltbarkeitsdatum der jeweiligen Mehlsorte. Innerhalb dieser Zeit soll die Mehl-Qualität schlichtweg am besten sein. Das Haltbarkeitsdatum entspricht jedoch nicht dem Verfallsdatum!

Ihr könnt das Mehl noch nach Ablaufen des Mindesthaltbarkeitsdatums benutzen. Dann kann es allerdings sein, dass das Mehl veränderte Backeigenschaften hat und zunehmend Vitamine flöten gehen. Auch das Aroma kann mit der Zeit nachlassen.

Daher ist es ratsam, keine Unmengen an Mehl-Vorräten anzulegen. Statt das Mehl zu horten (siehe Hamstereinkäufe zu Corona-Zeiten), solltet ihr nur so viel Mehl kaufen, wie ihr verbrauchen könnt. Je schneller, desto besser!

Mehr zum Mindeshaltbarkeitsdatum bei Lebensmitteln lest ihr hier bei Onmeda.

Daran erkennt ihr, dass das Mehl schlecht ist

Ist das Mehl abgelaufen, macht sich das vor allem geschmacklich bemerkbar. Aber auch am Geruch und Aussehen könnt ihr leicht merken, dass das Mehl schlecht geworden ist und ihr es entsorgen solltet. Die wichtigsten Erkennungszeichen gibt's hier im Überblick.

1. Das Mehl schmeckt bitter: Hat das Mehl einen herben Geschmack, wenn ihr ein wenig davon in den Mund nehmt, ist es vermutlich nicht mehr gut. Normalerweise sollte das Mehl neutral schmecken.

2. Das Mehl riecht ranzig: An einem beißend süßen Geruch erkennt ihr, dass die Fette im Mehl umgesetzt haben. Das geschieht durch Reaktionen mit Sauerstoff, wenn das Mehl zu lange an der Luft steht.

3. Das Mehl ist klumpig: Klumpen deuten darauf hin, dass das Mehl von Mehlmotten befallen ist. Die Larven bilden Kokongespinste aus, durch die das Mehl feucht wird und verklumpt. Klebrige Fäden im Mehl können ebenfalls ein Zeichen für Mehlwürmer sein.

Lesetipp: Kühlschrank richtig einräumen: So bleiben Lebensmittel länger frisch

Drei Tipps: So ist Mehl länger haltbar

Es gibt einige Dinge, die ihr tun könnt, damit das Mehl nicht verfällt. Die richtige Lagerung ist das A und O. Hier erfahrt ihr, wie ihr Mehl aufbewahren solltet, um es länger haltbar zu machen.

1. Mehl lichtgeschützt aufbewahren

Durch zu viel Helligkeit verliert Mehl seine Farbe. Schlimmer ist jedoch, dass auch die Vitamine verloren gehen können. Daher das Mehl immer möglichst lichtgeschützt lagern. Gut geeignet ist ein schattiges Plätzchen im Küchenschrank oder in der Vorratskammer.

2. Mehl kühl aufbewahren

Zu warm mag Mehl es ebenfalls nicht. Die optimale Temperatur liegt bei 15–20 Grad, also etwas unterhalb der durchschnittlichen Zimmertemperatur. Der Kühlschrank ist allerdings auch kein guter Ort, um das Mehl zu lagern.

Wichtig ist außerdem, Mehl von Lebensmitteln mit starkem Eigengeruch fernzuhalten. Neben Knoblauch, Zwiebeln, Kaffee oder Gewürzen ist Mehl ebenso fehl am Platz wie in der Nähe von Waschmitteln. Der Grund: Mehl nimmt Gerüche extrem schnell auf und verändert dadurch sein Aroma.

3. Mehl trocken aufbewahren

Der größte Feind von Mehl ist Feuchtigkeit. Gerade bei dunklem Mehl ist eine trockene Lagerung wichtig, da es durch den hohen Korn- und Keimlinganteil schneller reift. Obendrein fördert nasses Mehl die Bildung von Schimmel und Ungeziefer wie Mehlwürmern.

Um dem vorzubeugen, solltet ihr Mehl in einem luftdicht verschließbaren Behälter aus Glas, Kunststoff oder Keramik aufbewahren. Achtet auf einen sicher schließenden Deckel. Durch einfache Schraubverschlüsse können es Mehlmotten teilweise noch ins Innere schaffen.

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Zudem solltet ihr das Mehl nicht im näheren Umfeld von Herd oder Waschmaschine aufbewahren. Dort ist die Luftfeuchtigkeit am höchsten. Außerdem niemals das Mehl im Kühlschrank lagern. Hier ist es nicht nur zu kalt, sondern auch zu feucht für das Pulver.

Mehlwürmer und Mehlmotten bekämpfen

Mehlmotten verdanken ihren Namen der häufigen Besiedlung von Mehl. Die kleinen hellgrauen Falter legen ihre Eier im Mehl ab. Daraus schlüpfen die Raupen, die das Mehl mit ihren Ausscheidungen verunreinigen. Hinzu kommt ein klebriges Kokongespinst, das sich durch das Mehl zieht und durch die Feuchtigkeit den Pilzbefall fördert.

Auch Mehlwürmer gehören zu den ungebetenen Mehl-Gästen. Die Larven sind das Vorstadium des Mehlkäfers und können ihrerseits bereits Bakterien und Krankheiten übertragen. Ein Befall ist daran zu erkennen, dass das Mehl klebrige Fäden zieht – oder sich scharenweise Würmer darauf tummeln.

Bei Schädlingsbefall solltet ihr sofort das Mehl entsorgen und euren Vorratschrank gründlich reinigen. Dabei immer zuerst die Ritzen mit einem Staubsauger abfahren, ehe ihr mit einem feuchten Lappen alles sauber wischt. Nicht vergessen, auch die umstehenden Vorräte zu kontrollieren.

Mehr lesen: Motten bekämpfen: So werdet ihr die Plagegeister los

Mehl einfrieren und Schädlingen vorbeugen

Schon um der Verseuchung mit Ungeziefer vorzubeugen, solltet ihr das frisch gekaufte Mehl direkt in luftdichte Gefäße umfüllen. Denn Motten und Käfer können sich problemlos durch das Papier der Mehltüte hindurchfressen und sich verbreiten.

Niedrige Temperaturen töten die Schädlinge ab. Also einfach das Mehl einfrieren! Dazu das Mehl gleich nach dem Einkauf in einen Gefrierbeutel packen und für zwei Tage ins Gefrierfach stecken. Anschließend das Mehl durch ein Sieb geben und luftdicht, kühl und dunkel verpacken. So habt ihr gute Chancen, von Schädlingen verschont zu bleiben.

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