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Sommerrollen selber machen: Frische Rezepte & Dip-Ideen

von Nicole Molitor Erstellt am 10. August 2020
Sommerrollen selber machen: Frische Rezepte & Dip-Ideen© Getty Images/iStock

Wir zeigen euch, wie ihr authentische vietnamesische Sommerrollen selber machen könnt – und wie man Summer Rolls richtig faltet.

Wenn ihr mich fragt, sind Sommerrollen das perfekte Essen für den Sommer. Erstens, weil sie kalt gegessen werden und durch den vielen frischen Salat unglaublich leicht und erfrischend sind. Und zweitens, weil man bei der Zubereitung meist nicht mal Herd oder Ofen braucht.

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Summer Rolls sind die sommerliche Variante der Frühlingsrolle. Während die Frühlingsrolle aus China knusprig (und leider auch fettig) frittiert wird, bleibt die Sommerrolle aus Vietnam ganz naturbelassen. Ich nenne sie daher auch gerne die kalorienbewusste kleine Schwester der Spring Roll.

Was in der Sommerrolle landet, unterscheidet sich gar nicht groß von der Frühlingsvariante (die angeblich so heißt, weil sie traditionell zum Frühlingsanfang gegessen wird). Die Zutaten reichen von Salat über frische Kräuter und Gemüse bis zu Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten.

Ich habe euch heute ein authentisches Rezept für vietnamesische Sommerrollen mitgebracht, das ihr ganz easy zuhause nachkochen könnt. Außerdem will ich versuchen, euch mit ausgefallenen Füllungen und Dip-Ideen für die tollen Rollen zu begeistern.

Im Video: Anleitung für japanische Gyoza

Video von Aischa Butt

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Sommerrollen selber machen: Reispapier vorbereiten

Das wichtigste Zubehör, wenn ihr Sommerrollen selber machen wollt, ist Reispapier. Mittlerweile bekommt ihr die dünnen Oblaten aus Reismehl und Tapiokastärke auch in gut sortierten Supermärkten. Günstiger sind sie allerdings nach wie vor in Asialäden zu haben.

Reisoblaten sehen aus wie transparente Wraps und sind völlig geschmacksneutral. Neben runden Reispapierkreisen gibt es auch eckige Varianten. Für selbstgemachte Sommerrollen empfehle ich das runde Modell. Denn ohne die Ecken und Kanten lassen sich die Rollen leichter falten.

Bevor es so weit ist, müsst ihr das trockene Reispapier erst einmal aufweichen. Zum Glück geht das mit heißem (nicht kochendem!) Wasser super schnell. Ihr müsst für die Vorbereitung aber nicht extra Wasser im Topf erhitzen. Spart euch die Energiekosten und nehmt einfach heißes Wasser aus dem Hahn. #Nachhaltigkeit.

Sammelt das Wasser in einem sauberen Backblech. Darin legt ihr die Reispapierscheiben nacheinander ein. Nach ca. 30 Sekunden ist das Papier weich und formbar. Ihr merkt an der glitschigen Struktur, dass es bereit zum Befüllen ist.

Tipp: Damit die Sommerrollen nicht wässrig schmecken, solltet ihr die durchgeweichten Reisoblaten kurz mit beiden Händen ausschütteln und so von überschüssiger Flüssigkeit befreien. Legt sie zum Rollen flach auf ein sauberes Küchenpapier oder auf einen großen Pizzateller, damit die Seiten nicht aneinander festkleben.

Wie faltet man Sommerrollen richtig?

Über meine krüpplig gerollten Sommerrollen lachen sich meine Kolleginnen in der Mittagspause regelmäßig schlapp. Für diesen Artikel habe ich mir also mal angeschaut, wie das mit dem Falten der Summer Rolls richtig geht. Damit eure selbstgemachten Sommerrollen nicht nur lecker schmecken, sondern auch appetitlich aussehen.

Wenn man an der richtigen Ecke anfängt, ist das Rollen von Sommerrollen gar nicht so schwierig. Macht eure Finger vorher ein wenig nass, sodass ihr nicht an dem glibberigen Reispapier festklebt.

Sommerrollen falten: Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Startet mit dem Belegen an einer Seite des Reispapiers (am besten oben). Beschränkt euch dabei auf ein Drittel der Fläche. Zum Rand mindestens 5 cm Platz lassen und das Blatt nicht zu voll laden, sonst reißt es.

Tipp: Die Zutat, die nach außen durch das Reispapier sichtbar sein soll, legt ihr beim Rollen in einer Linie vor die übrigen Zutaten – gerne farbenfroh und bunt in einer Reihe.

2. Wie beim Falten eines Briefumschlags klappt ihr als Erstes die beiden Außenseiten ein, damit der Inhalt eurer Sommerrolle nicht zu den Seiten herausfallen kann.

3. Als Nächstes schlagt ihr den Abstandshalter über der Füllung um (eure 5 cm) – und zwar so weit, dass die Füllung zugedeckt wird. Bei dem ersten Umschlagen jedoch nur die gebündelten Zutaten, beim nächsten Umklappen erwischt ihr dann auch die Deko-Reihe, sodass sie im Päckchen oben sichtbar wird.

4. Nun schlagt ihr die Füllung von vorne bis hinten um, sodass eine feste, kompakte Rolle entsteht. Fertig! Durch die enthaltene Stärke haftet das Reispapier von selbst und verschließt die Summer Roll sicher.

Wichtig: Sommerrollen kleben so enorm, dass ihr sie nicht aufeinander schichten solltet. Am besten ein Blatt feuchtes Küchenpapier dazwischenlegen – das sorgt gleichzeitig dafür, dass die Rollen im Kühlschrank nicht austrocknen.

Rezept für vietnamesische Sommerrollen

Ich habe mich längst als Fan des vietnamesischen Essens geoutet. Weil die Sommerrollen in Vietnam Tradition haben – hier werden sie Goi Cuon genannt – ist es nur logisch, dass ich mich an dieser Stelle für ein Original-vietnamesisches Sommerrollen-Rezept entschieden habe.

Sogar richtig authentisch, denn das Rezept stammt aus dem Kochbuch "Vietnam Streetfood", das ich nicht müde werde, hier zu bewerben.

Autorin und Foodjournalistin Jerry Mei stammt gebürtig selbst aus Vietnam und hat mehrere vietnamesische Restaurants in Australien. Damit kann man ihre genialen Streetfood-Rezepte guten Gewissens als Original bezeichnen.

> Das tolle Kochbuch findet ihr hier bei Amazon.*

Heute soll es aber zur Abwechslung nicht um vietnamesischen Eiskaffee, Pho-Suppe oder frittiertes Eis gehen, sondern um vietnamesische Sommerrollen. Deshalb: Rezept ab!

Rezept für Sommerrollen
(mit Schweinefleisch & Garnelen und Hoisin-Dip)

Ihr braucht diese Zutaten
Für 12 Rollen

  • 500 g Schweinebauch
  • 1 Stängel Zitronengras (nur das Weiße, in dünne Scheiben geschnitten)
  • 6 Knoblauchzehen (halbiert)
  • 1 lange rote Chilischote (der Länge nach halbiert)
  • 50 g Reisnudeln
  • 12 große runde Reispapierblätter
  • 1 Bund Minze (Blätter abgezupft)
  • 1 Bund vietnamesischer Koriander (Blätter abgezupft)
  • 1 Friséesalat (geputzt und gewaschen)
  • 12 mittelgroße gegarte Garnelen (geschält, entdarmt und läng halbiert)

Für die Hoisin-Dipsauce

So geht die Zubereitung:
1. Den Schweinebauch in einen Topf geben und mit kaltem Wasser bedecken. Zitronengras, Knoblauch und Chili dazugeben.

2. Bei hoher Temperatur zum Kochen bringen, dann bei niedriger Temperatur 30 Minuten köcheln lassen, bis das Fleisch durchgegart ist. Aus dem Topf nehmen, abkühlen lassen, dann in dünne Scheiben schneiden.

3. Die Reisnudeln nach Packungsangabe garen, dann in ein Sieb abgießen und unter fließendem kaltem Wasser abkühlen. Beiseite stellen.

4. Eine große Schüssel mit kaltem Wasser füllen. Die Reispapierblätter, die Schweinebauchscheiben, die gegarten Nudeln und Garnelen sowie die Kräuter- und Salatblätter bereitlegen.

5. Ein Blatt Reispapier in die Schüssel mit dem Wasser tauchen und sicherstellen, dass das Blatt gut angefeuchtet ist; überschüssiges Wasser abschütteln.

6. Das Reispapier flach auf die Arbeitsfläche legen. Mit den Nudeln beginnen und jeweils eine kleine Menge (ein Zwölftel) von allen bereitgestellten Zutaten in der Mitte des Blatts anordnen (Ich finde es schön, wenn die Salatblätter an einer Seite ein bisschen überstehen).

7. Zuerst die Seite, die euch am nächsten liegt, vorsichtig anheben und über die Füllung schlagen. Dann das Reispapier fest aufrollen. So weitermachen, bis alle Reispapierblätter und die gesamte Füllung verbraucht sind; das sollte zwölf Röllchen ergeben. Man kann sie zum Servieren in der Mitte durchschneiden.

8. Für den Dip Hoisinsauce, Kokossahne und Chilisauce in einen kleinen Topf geben und bei niedriger Temperatur erhitzen. Umrühren, bis sich die Zutaten verbunden haben. Den Dip auf kleine Schalen verteilen und die Erdnüsse dazugeben. Mit den Reispapierröllchen servieren.

Lesestoff: Gemischter Salat: In 7 Schritten zur perfekten Salad Bowl

Kreative Ideen zum Befüllen der Sommerrollen

Natürlich müsst ihr eure Sommerrollen nicht typisch vietnamesisch mit Fleisch oder Garnelen befüllen. Es gibt viele kreative Füllungen und selbst das Experimentieren macht Spaß.

Das Tolle: Sommerrollen und Frühlingsrollen eignen sich ebenfalls gut für ein Resteessen. Stopft einfach an Essensüberbleibseln hinein, was ihr noch so im Kühlschrank findet.

In dem schönen Kochbuch "Summer Rolls: Süßes und Salziges mit Reispapier" bekommt ihr viel Inspiration zum Befüllen eurer Sommerrollen. Neben herzhaften fleischigen und vegetarischen Rezepten findet ihr darin auch süße Sommerrollen-Ideen für erfrischende Fingerfood-Desserts.

> Das Buch könnt ihr hier bei Amazon bestellen.*

Wie wäre es alternativ mit diesen Sommerrollen-Füllungen:
Vegetarische Ideen

  • Melone, Rotkraut und Pesto
  • Avocado, Mango, Frühlingszwiebeln und Möhren
  • Kürbis, Pilze und Omelette
  • Gurke, Tofu und Paprika

Mit Fleisch oder Fisch

  • Surimi, Zucchini und Apfel
  • Räucherforelle, Meerrettich und Apfel
  • Rindfleischstreifen, Chili und Tomate
  • Curry-Hühnchen, Ananas und Avocado
  • Hackfleisch, Kidneybohnen und Eisbergsalat
  • Thunfisch, Mais, Ei und Schinken

Süße Ideen

  • Banane, Erdnüsse und Schokolade
  • Erdbeeren, Basilikum und Frischkäse
  • Himbeeren, Quark/Skyr, Keksbrösel
  • Ananas, weiße Schokolade und Kokosjoghurt
  • Erdnussbutter, dunkle Schokolade und Karamell

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Mehr Dip-Rezepte für Sommerrollen

Da Sommerrollen nicht extra gewürzt sind – abgesehen von Rollen mit mariniertem Tofu, Fleisch oder Fisch – muss irgendwo noch etwas Wums her. Dafür sind die Dips da, in die man die Summer Rolls genüsslich tunkt. Ob mit Stäbchen oder Fingern überlasse ich euch.

Neben dem Hoisin-Dip (Rezept: siehe oben), der typisch für vietnamesische Sommerrollen ist, greife ich besonders gerne zu cremigen Erdnuss-Dips oder pikanter Sojasauce.

So gelingt euch die perfekte Erdnuss-Sauce:
Für 4 Portionen

  • 60 g Erdnussbutter
  • 20 ml Ahornsirup
  • 40 ml Sojasauce
  • Saft von 1 Limette
  • 1 Knoblauchzehe (gehackt)
  • 1/2 TL frischer Ingwer (gehackt)
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • Wasser
  • optional: Sesamsamen (geröstet)

Einfach alle Zutaten zu einer geschmeidigen Sauce verrühren. Nach Geschmack noch mit etwas Wasser verdünnen und mit gerösteten Sesamsamen verfeinern. Lecker!

Rezept für scharfen Dip mit Sojasauce
Für 4 Portionen

  • 60 ml Sojasauce
  • 1 große Knoblauchzehe (in Scheiben geschnitten)
  • 1 rote Chilischote (in Scheiben geschnitten)
  • Saft einer Limette
  • 1 TL geröstetes Sesamöl
  • 1/2 TL Reisessig
  • 1 EL Ahornsirup

Ihr mischt auch hier einfach alle Zutaten zusammen. Easy-peasy.

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