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Zwiebeln aufbewahren: So keimen die Knollen nicht so schnell

von Nicole Molitor Erstellt am 12. September 2020
Zwiebeln aufbewahren: So keimen die Knollen nicht so schnell© Getty Images

Wir verraten, wie ihr Zwiebeln aufbewahren und als Vorrat anlegen könnt, ohne dass sie austreiben und an Aroma verlieren.

Genau wie Knoblauch gehören Zwiebeln zu den Lebensmitteln, die einfach jedes Essen besser machen. Deshalb sollte man immer Zwiebeln vorrätig im Haus haben. Wahrscheinlich werden Zwiebeln darum auch in riesigen Netzen angeboten. Selbst wenn man wollte, kann man selten einzelne Knollen kaufen.

Damit die gehorteten Zwiebeln nicht schlecht werden und austreiben, solltet ihr auf die richtige Aufbewahrung achten. Allgemein gilt: Zwiebeln mögen es kühl, dunkel und trocken – genau wie Knoblauch. Unter diesen Bedingungen sind Zwiebeln rund sechs Monate haltbar.

Wie genau ihr Zwiebeln aufbewahren solltet, welche Lebensmittel die Knollen dabei in ihrer Nähe dulden und ob man keimende Zwiebeln noch essen darf, erfahrt ihr hier. Außerdem verraten wir, welche Unterschiede es beim Lagern von roten Zwiebeln, Schalotten und Frühlingszwiebeln zu beachten gibt.

Woran erkennt man, dass die Zwiebel faul ist?

Egal, ob rot, weiß oder braun – eine frische Zwiebel ist schön prall und hat eine glatte Schale. Weiche, feuchte Stellen sowie dunkle Flecken unter der Schale sind ein Zeichen für Schimmel. Faule Zwiebeln riechen zudem muffig und sollten entsorgt werden.

Genau wie bei Knoblauch sind grüne Triebe an der Zwiebel kein Grund dafür, die Knolle wegzuwerfen. Allerdings solltet ihr keimende Zwiebeln möglichst schnell vebrauchen, da die Triebe der Zwiebel Nährstoffe entziehen, wodurch sie zusammenschrumpelt und schneller faulen kann. Giftige Stoffe wie bei austreibenden Kartoffeln bilden sich bei Zwiebeltrieben jedoch nicht.

Lesetipp: Kartoffeln aufbewahren: So halten die Knollen länger

Beim Kauf von Frühlingszwiebeln solltet ihr darauf achten, dass das Zwiebelgrün möglichst knackig und frisch ist. Welken die Blätter oder färben sie sich gelblich, solltet ihr die Finger von den Lauchzwiebeln lassen.

Im Video: Rezept für würzige Zwiebelblümchen

Video von Aischa Butt

Zwiebeln aufbewahren: Die besten Tricks

Offen in der Küche gelagert, halten sich Zwiebeln nur ein bis zwei Wochen. Verantwortlich für die kurze Haltbarkeit sind neben der hohen Luftfeuchtigkeit auch die zu warme Raumtemperatur und das viele Tageslicht. Lest hier, wie ihr Zwiebeln richtig aufbewahrt und die Haltbarkeit um ein halbes Jahr verlängert.

Funfact: Je schärfer die Zwiebel, umso länger ist sie haltbar. Grund dafür ist die hohe Schwefelkonzentration, die auch für die tränenden Augen beim Zwiebel schälen verantwortlich ist. Milde Zwiebelsorten wie rote Zwiebeln, Schalotten und Frühlingszwiebeln verderben daher schneller als gewöhnliche Speisezwiebeln.

1. Zwiebeln trocken lagern

Feuchtigkeit begünstigt die Schimmelbildung. Daher haben Zwiebeln nichts im Kühlschrank verloren. Besser aufgehoben sind sie in einem trockenen Keller. Hier hängt ihr die Zwiebeln am besten in Netzen (hier bei Amazon*) oder in einer zusammengeschnürten Feinstrumpfhose auf, sodass mehr Luft an die Knollen kommt.

Damit die Zwiebeln "atmen" können und nicht austrocknen, solltet ihr sie möglichst offen und luftig lagern. Plastiktüten sind Tabu, da die Knolle darin ins Schwitzen kommt und fault. Grobmaschige Körbe sind super.

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Tipp: Unbedingt die äußeren Zwiebelschalen dranlassen, denn die dienen als Puffer. Sie halten die Zwiebel trocken und schützen sie vor Keimen.

Auch lesen: Ingwer lagern: 7 Tricks, um die Knolle haltbar zu machen

2. Zwiebeln kühl lagern

Zwiebeln brauchen eine kühle Umgebung, denn ist es zu warm, treiben sie aus und werden matschig. Eine Temperatur von 4 bis 10 Grad ist optimal. Kälter sollte es jedoch nicht sein. Durch Frost können Zwiebeln austrocknen und ihr Aroma verlieren.

Das ist ein weiterer Grund dafür, Zwiebeln nicht im Kühlschrank aufzubewahren. Zudem möchte wohl niemand, dass der Zwiebel-Geruch auf benachbarte Lebenmittel übergeht.

Tipp: Eine schimmelige Zwiebel solltet ihr direkt aus eurem Vorrat entfernen, da sich die Schimmelsporen leicht auf die umliegenden Knollen ausbreiten können. Also regelmäßig den Zwiebelkeller ausmisten.

3. Zwiebeln dunkel lagern

In direktem Sonnenlicht treiben Zwiebeln schneller aus. Das ist zwar nicht schädlich, beschleunigt aber ein Faulen der Knolle. Ein schattiger und dunkler Ort wie der Keller oder die Vorratskammer verlängert die Lebenszeit der Zwiebel.

Wichtig: Keine guten Lagerpartner für Zwiebeln im Keller sind Kartoffeln. Die Feuchtigkeit der Kartoffel geht auf die Zwiebel über, sodass sie faulen kann. Auch zu Weinflaschen solltet ihr Abstand halten, damit das Zwiebel-Aroma nicht durch die Korken in die Flasche zieht. Ethylenhaltiges Obst wie Äpfel beschleunigt den Reifeprozess und lässt die Knolle schneller faulig werden. Mit Knoblauch vertragen sich Zwiebeln bei der Lagerung hingegen gut.

Angeschnittene Zwiebeln im Kühlschrank aufbewahren

Wenn gesagt wird, dass man keine Zwiebeln im Kühlschrank lagern soll, bezieht sich das auf ganze Zwiebeln. Angeschnittene Zwiebeln halten sich länger, wenn ihr sie kalt stellt.

Damit sie im Kühlschrank nicht die anderen Lebensmittel "kontaminieren", packt ihr sie am besten mit der Schnittfläche nach unten in eine Box mit Deckel oder in ein Glas – das hält auch die Feuchtigkeit fern.

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In Alufolie solltet ihr halbierte Zwiebeln nie wickeln, denn das gesundheitsschädliche Aluminium kann auf die Zwiebel übergehen. Bemerkbar ist das an einem leicht metallischen Geschmack.

Tipp: Da angeschnittene Zwiebeln mit der Luft reagieren und schnell bitter werden können, solltet ihr sie möglichst zeitnah nach dem Kochen in den Kühlschrank verfrachten.

Zwiebeln einfrieren und haltbar machen

Es ist möglich, Zwiebeln einzufrieren, um sie für ein Jahr haltbar zu machen. Dazu die Zwiebeln schälen und nach Vorliebe in Ringe oder Würfel schneiden. Das Ganze packt ihr in Gefrierbeutel mit Zipp-Verschluss und legt die Zwiebeln ins Gefrierfach. Vorher am besten noch das Datum auf dem Beutel vermerken.

Lesestoff: Die 5 besten Methoden, um Lebensmittel haltbar zu machen

So werden Schalotten und Frühlingszwiebeln gelagert

Rote Zwiebeln, Schalotten und Lauch- bzw. Frühlingszwiebeln sind weniger robust als normale Speisezwiebeln und entsprechend kürzer haltbar. Deshalb solltet ihr diese Zwiebelsorten nur in Maßen und nach Gebrauch einkaufen.

Obwohl sie so fein und mild sind, vertragen rote Zwiebeln, Schalotten und Lauchzwiebeln eine höhere Luftfeuchtigkeit und niedrigere Temperaturen. Gerade Frühlingszwiebeln sind am besten im Gemüsefach des Kühlschranks aufgehoben. Hier halten sie sich rund drei Tage.

Um Frühlingszwiebeln länger haltbar zu machen, könnt ihr den grünen Lauchteil abschneiden. Die Blätter verdunsten nämlich viel Feuchtigkeit, wodurch die Zwiebel austrocknen kann. Eine "beschnittene" Frühlingszwiebel hält im Kühlschrank gleich doppelt so lange.

Alternativ einfach die Frühlingszwiebeln wie Pflanzen in ein Wasserglas stellen. Da die Zwiebeln noch ihre Wurzeln haben, nehmen sie das Wasser auf wie vor der Ernte, sodass das Grün oben frisch bleibt und sogar weiter wächst. Wichtig ist nur, dass ihr das Wasser täglich erneuert.

Lesestoff: Wasserpflanzen im Glas: Anleitung für einen eigenen Wassergarten

Fun Fact: Das Blattgrün von Zwiebeln lässt sich wie Dill in Dips verwenden und dient Menschen mit Reizdarm bei einer FODMAP-Diät als Zwiebelersatz, da das Grün zwiebelig schmeckt, aber nicht bläht.

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