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Avocado in Schwangerschaft & Stillzeit: Superfood oder super ungesund?

von Anne Walkowiak Erstellt am 8. September 2021

In der Schwangerschaft darf man leider nicht alles essen, was man mag. Aber gehören Avocados in der Schwangerschaft auch zu den verbotenen Lebensmitteln oder sind sie, ganz im Gegenteil, sogar gut für Mama und Baby? Wir haben uns das mal genauer angesehen.

Während die einen darauf schwören, dass die Avocado in der Schwangerschaft unbedingt auf den Teller gehört, meinen andere, dass die enthaltenen Fette viel zu mächtig für die werdende Mama und ihr Baby sind. Aber was stimmt denn nun?

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Fakt ist: Avocados gehören seit einigen Jahren zum Trend-Food schlechthin. Denn sie eignen sich pur als herzhafter Brotaufstrich, sie lassen sich mit ein paar Zutaten zur würzigen Guacamole oder in einem Kuchen oder sogar Schokopudding zur süßen Nachspeise verarbeiten. In Sachen Ernährung sind Avocados scheinbar Alleskönner. Aber sind sie auch gesund?

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Lesetipp: Superfood Avocado: Wie gesund ist die Frucht wirklich?

Spoiler: Ja, die Frucht ist ein sehr gesundes Lebensmittel, sowohl für Schwangere, als auch Stillende und auch große und kleine Kinder. Aber dazu später mehr.

Darf ich Avocado in der Schwangerschaft essen?

Die grüne Frucht und eine Schwangerschaft passen unbedingt zusammen! Zwar enthalten Avocados jede Menge Fette - immerhin bringen sie rund 230 kcal pro 100 Gramm mit - dabei handelt es sich aber um die sogenannten guten Fette. Die positiven Effekte des Lebensmittels, die sie beim Verzehr für Mutter und Kind hat, überwiegen den Fettgehalt bei Weitem.

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Warum ist Avocado in der Schwangerschaft gesund?

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist immer wichtig, besonders aber für schwangere Frauen. Denn nun ernährt Frau nicht nur sich, sondern auch das heranwachsende Kind in ihrem Bauch. Das profitiert besonders davon, wenn die Schwangere viel Obst und Gemüse und hin und wieder (vielleicht) Fleisch oder Fisch isst.

Zum einen hält die abwechslungsreiche und gesunde Ernährung Mama fit und zum anderen versorgt sie so ihr Baby optimal. Denn seine Entwicklung braucht viele Vitamine und Mineralstoffe. Und die stecken eben auch in der Avocado.

Lies auch: Vegane Ernährung in der Schwangerschaft – gefährlich oder möglich?

Eine Avocado deckt im Schnitt:

  • 25 % des Tagesbedarfs an Vitamin K
    (Vitamin K unterstützt die Blutgerinnung. Zu wenig Vitamin K kann die Entstehung von Blutungen - auch bei einem Neugeborenen - begünstigen)
  • 20 % des Tagesbedarfs an Folsäure
    (Folsäure unterstützt die Zellteilung und Wachstumsprozesse)
  • 15 % des Tagesbedarfs an Kalium
    (Kalium ist wichtig für die normale Funktion von Zellen, Nerven und Muskeln)
  • 15 % des Tagesbedarfs an Vitamin B5 und B6
    (Vitamin B5 unterstützt den Energiestoffwechsel, Vitamin B6 regelt zentrale Abläufe im Stoffwechsel)

Die ungesättigten Fettsäuren der Frucht können zudem einen positiven Effekt auf den Cholesterinwert der werdenden Mutter haben und ihn senken.

Lesetipp: Gute Fette? Der Unterschied zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren

Die besten Rezepte von Guacamole bis Avocado-Eis findest du hier! So überzeugt man auch Kinder von der gesunden Frucht, die neuen Lebensmitteln eher skeptisch gegenüber stehen.

In den 40 Schwangerschaftswochen (SSW) leiden viele Frauen früher oder später unter Verstopfung. Auch hier kann der regelmäßige Verzehr einer Avocado helfen, denn sie enthält nur wenig Kohlenhydrate, dafür aber um so mehr Ballaststoffe. Ideal für die Verdauung Schwangerer. Und satt macht sie auch noch.

Lesetipp: Verstopfung in der Schwangerschaft: SOS-Hilfe für werdende Mütter

Übrigens: Wusstet ihr, dass die vitaminreiche Frucht aus botanischer Sicht zu den Beeren gezählt wird? Deshalb findet man sie im Supermarkt auch beim Obst und nicht wie zu erwarten beim Gemüse.

Avocado in der Schwangerschaft: Risiken

Vom Verzehr der Avocado geht erst einmal kein Risiko aus. Allerdings lauert eine Gefahr auf der Außenseite der Frucht. Die Schale der Avocado kann mit Listerien verunreinigt sein. Das passiert oft auf dem Transport der Früchte nach Deutschland, liegt aber nicht an der Frucht selbst.

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Wichtiger Tipp: Um dich in der Schwangerschaft vor einer Infektion mit Listerien zu schützen, solltest du die Avocado vor der Zubereitung immer gründlich unter warmem Wasser abwaschen. So verhinderst du, dass die Listerien auf das Fruchtfleisch geraten.

Eine andere, nicht unmittelbare, Gefahr für die Gesundheit von Schwangeren und Baby lauert im Anbau der Avocado. Denn werden mehr Früchte gekauft, müssen auch mehr angebaut und geerntet werden. Das hat zum Teil zu illegalen Abholzungen, beispielsweise im Land des weltweit größten Avocado-Exporteurs, Mexiko, geführt.

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Achte also beim Kauf immer darauf - egal ob schwanger oder nicht - woher die Früchte kommen, die du verwenden willst. Stammen sie aus biologischem Anbau, kann es sein, dass sie ein paar Cent teurer sind, dafür sind sie aber nachhaltiger und in der Regel auch geschmacklich besser.

Avocado in der Stillzeit und im Babybrei

Auch nach der Schwangerschaft profitiert der Körper der Frau von den Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen der Avocado. Sie kann während der Stillzeit bedenkenlos Teil der Ernährung sein. Besonders praktisch ist, dass die kleine grüne Frucht schnell satt macht und das auch über längere Zeit.

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Übrigens: Babys dürfen ab dem 7./8. Lebensmonat ebenfalls Avocados essen und die Vorzüge des Superfoods genießen. Dafür beispielsweise einfach ein bisschen Avocado mit süßen Früchten wie Birne oder Banane in den Nachmittagsbrei mischen. Ihr könnt auch herzhaften Brei für euer Kind kochen und Avocado dazu geben. Aber bitte auf Salz und andere Gewürze verzichten.

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Wichtiger Hinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient lediglich der Information. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren. Ebenfalls mit eurem Gynäkologen zum Thema Ernährung sprechen solltet ihr, wenn ihr euch in der Schwangerschaft ausschließlich vegetarisch oder vegan ernähren wollt, um einem eventuellen Vitamin- oder Mineralstoffmangel vorbeugen zu können.