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Der 7. Schwangerschaftsmonat

von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 25. Mai 2009

Im 7. Schwangerschaftsmonat bilden sich die Sinnesorgane Ihres Babys aus. Jetzt, wo Sie immer mehr Erholung benötigen, wird Ihr Baby so richtig aktiv.

Die werdenden Eltern bereiten sich jetzt auf die Geburt vor und lernen, immer mehr mit ihrem Kind zu kommunizieren.

Wie sieht Ihr Baby aus?
Ihr Baby wiegt ungefähr 1500 g und ist ca. 40-44 cm groß. Die Entwicklung des Verdauungssystems und der Nieren ist bereits vollständig abgeschlossen. An Fingern und Füßen wachsen die Nägel.

Die Atembewegungen und die eigene Körpertemperatur regulieren sich. Ihr Baby füllt die Gebärmutter immer mehr aus und bewegt sich etwas weniger, denn es wird eng. Ab dem 7. Monat drehen sich manche Babys um und nehmen die endgültige Geburtslage ein: vertikal mit dem Kopf nach unten. Diese Stellung wird als Schädellage (SL) bezeichnet. Trotzdem kommt im Bauch keine Langeweile auf, denn Ihr Baby entdeckt seinen Körper: Es bewegt seine Hände und Zehen, berührt die Nabelschnur und lutscht am Daumen. Wahnsinn!

Das Erwachen der Sinne
> Der Gehörsinn: Der Fötus hört, was um ihn herum passiert. Die auditiven Funktionen beginnen sich zwischen 5 ½ und 6 Monaten zu entwickeln. Ihr Kind kann eine ganze Palette an Tönen und Klängen hören, die vom Fruchtwasser gedämpft und gefiltert werden. Ihr Kind nimmt zum Beispiel alle “Innengeräusche” mehr oder weniger bewusst wahr: die Herztöne der Mutter, das Blubbern der Verdauung, das Rauschen der Blutströme... Die Frage, ob der Fötus helle Töne (die Stimme der Mutter) oder dunkle Töne (die Stimme des Vaters) besser wahrnimmt, bleibt allerdings weiterhin offen, denn hier sind sich auch Experten uneinig.

Es steht allerdings fest, dass ein Fötus eine weibliche und eine männliche Stimme oder auch zwei Melodien voneinander unterscheiden kann. Nach der Geburt erkennt das Baby die Stimmen und die Musik wieder, die es schon im Mutterleib gehört hat.

> Der Sehsinn: Ihr Baby hat von nun an seine Augen geöffnet. Wenn eine starke Lichtquelle auf den Bauch der Mutter gerichtet wird, schreckt der Fötus zusammen oder beschleunigt den Herzrhythmus. Daraus kann man schließen, dass er visuelle Reize wahrnimmt. Auch die anderen Sinnesorgane bilden sich weiter aus, darunter der Geruchs- und Geschmackssinn.

Kleine Beschwerden
Selbst bei alltäglichen Bewegungen sind Sie mittlerweile schnell außer Atem.
Folgende Symptome sind in diesem Stadium der Schwangerschaft keine Seltenheit:

> Krampfadern: erscheinen meist zwischen dem 7. und 8. Monat und werden von Juckreiz oder Schmerzen begleitet. Diese Schmerzen können auch beim Geschlechtsverkehr auftreten. In der Regel reicht eine lokale Behandlung aus.
Ein Tipp: Lassen Sie Gewürze weg und verzichten Sie auf warme Bäder.

> Wassereinlagerungen und Ödeme. Es ist normal, dass Knöchel, Beine und Gesicht etwas angeschwollen sind. Der Körper einer schwangeren Frau speichert mehr Wasser als dies normalerweise nötig ist. Trotzdem müssen Sie viel trinken (mindestens 1,5 l pro Tag), um das Gewebe besser durchzuschwemmen und zu entwässern. Das Ödem-Risiko wird auch verringert, indem Sie darauf achten, an Knöcheln oder Handgelenken keine einschneidende Kleidung zu tragen. Falls plötzlich Ödeme auftreten, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt aufsuchen, denn das könnte ein Symptom für eine Nierenschwäche sein.

> Die Rückenschmerzen werden in den letzten Schwangerschaftsmonaten stärker. Mit einer guten Haltung und gezielten Stretch-Übungen können Sie den Rücken entlasten. Die Lendenschmerzen sind häufig bis zu einem Jahr nach der Geburt spürbar. Sanfte Sportarten wie Schwimmen oder Gehen helfen Ihnen dabei, weiterhin fit zu bleiben.

Schonen Sie sich: Sie brauchen Ruhe!
Im letzten Abschnitt der Schwangerschaft treten häufig Schlafstörungen und schlaflose Nächte auf, weil die liegende Position als unangenehm empfunden wird und Sie sich zunehmend mit dem Gedanken an die immer näher rückende Entbindung beschäftigen.

> Nehmen Sie abends eine leichte Mahlzeit zu sich und schlafen Sie in einem kühlen und gut durchgelüfteten Raum. Ihr persönlicher Komfort geht vor. Wenn es Ihnen gut tut, können Sie das Schlafzimmer auch ins Wohnzimmer verlegen. Vielleicht ist das Sofa für Sie jetzt bequemer als Ihr Bett. Am besten legen Sie auch tagsüber ein paar Erholungspausen ein (zum Beispiel einmal vormittags und einmal nachmittags). Legen Sie sich hin, wenn Sie sich müde fühlen. Ihr Baby hat ohnehin einen anderen Wach- und Schlafrhythmus als Sie, es kann also rund um die Uhr ein Nickerchen machen.

> Haushalt, Einkaufen... Übernehmen Sie sich nicht und lassen Sie sich bei häuslichen Arbeiten helfen. Alle Tätigkeiten, die viel Kraftaufwand bedeuten, sind jetzt tabu (langes Stehen, Geschwisterkinder herumtragen, Vorhänge aufhängen, schwere Gegenstände heben). Um das Risiko einer Frühgeburt zu reduzieren, sollten Sie Ihren Lebensrhythmus drosseln und unnötigen Stress vermeiden.

Ihre Ernährung
Im dritten Trimester steigt der Energiebedarf auf 2800 Kalorien pro Tag. Um diesen Bedarf zu decken, sollten Sie sich bevorzugt mit Milchprodukten, Ballaststoffen, eisenhaltiger Nahrung, weißem und rotem Fleisch, Obst und Gemüse ernähren. Zwischen dem 5. und 7. Monat beträgt die Gewichtszunahme durchschnittlich 350 bis 400 g pro Woche. In den letzen Monaten erhöht sie sich auf 450-500 g.


Der Geburtsvorbereitungskurs
Im 7. Monat beginnt für viele werdende Mütter der Geburtsvorbereitungskurs, für den sie sich ein paar Monate zuvor angemeldet haben. Diese Kurse werden meistens von Hebammen organisiert und finden oft in der Gruppe statt. Dabei wird der Ablauf der Entbindung erklärt, die Mütter erfahren, wie sie den Schmerz bewältigen können und lernen die richtige Atemtechnik. Es wird auch gezeigt, welche Übungen oder Positionen für Entspannung sorgen, insbesondere wenn die Wehen auftreten.

Es ist sehr wichtig, an diesem Kurs teilzunehmen, denn eine Entbindung ist ein großes Ereignis, das entsprechend vorbereitet sein will. Auch für Mehrgebärende ist der Kurs interessant, weil sich in der Zwischenzeit oft viel geändert hat, zum Beispiel in puncto Säuglingspflege. Bei manchen Stunden dürfen auch die zukünftigen Papas mitkommen und werden über ihre Rolle bei der Geburt aufgeklärt. Das ist wichtig, damit sich Ihr Partner nicht ausgeschlossen fühlt und dem Entbindungstag gelassener entgegensehen kann. Manche Kurse bieten auch Haptonomie-Übungen an, bei denen beide Eltern lernen, mit ihrem Kind über Berührungen zu kommunizieren.

Was jetzt noch zu erledigen ist
> Denken Sie daran, Ihr Mutterschutzgeld 6 Wochen vor der Geburt mit einem ärztlichen Attest über den Entbindungstermin bei Ihrer Krankenkasse zu beantragen. Wenn Sie sich für eine Elternzeit entscheiden, sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber alle Details noch vor Beginn des Mutterschutzes (zum Beispiel am letzten Arbeitstag) schriftlich festlegen.
- Bereiten Sie jetzt auch die Erstlingsausstattung und das Kinderzimmer vor. In den nächsten Wochen sind Sie vielleicht müde und haben keine Lust mehr, shoppen zu gehen. Außerdem wissen Sie nicht, wann es soweit ist. Deshalb sollte Ihre Kliniktasche fertig gepackt und jederzeit griffbereit zu Hause stehen.

von Linda Chevreuil

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