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Tschüss, Brei: Feste Beikost-Rezepte als Fingerfood für Babys

von Nicole Molitor Erstellt am 13. Juni 2020
Tschüss, Brei: Feste Beikost-Rezepte als Fingerfood für Babys© Getty Images/iStock

Ab acht Monaten können Babys feste Speisen essen. Lest hier, welche Vorteile breifreie Beikost-Rezepte haben und wie ihr selbst Baby-Fingerfood zubereitet.

"Ein Löffelchen für Mama, ..." – damit ist jetzt Schluss! Es muss nicht immer Brei als Beikost-Rezept sein. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung können Babys im Durchschnitt ab acht Monaten feste Nahrung essen. Viele sind bereits ab dem sechsten Monat bereit. Zähne werden dafür noch nicht gebraucht, denn die Kauleisten sind nun meist schon stark genug, um das Essen zermahlen zu können.

Feste Beikost ist für den Anfang natürlich genau wie Babybrei nur ein zusätzliches Angebot zur Mutter- oder Flaschenmilch. Ziel der breifreien Beikost ist es, das Baby selbständiger zu machen und schrittweise von der Muttermilch zu entwöhnen. Fixe Beikostpläne gibt es nicht. Das Baby lernt viel freier, was feste Nahrung ist und wie sie schmeckt.

Im besten Fall isst das Baby zusammen mit den anderen Familienmitgliedern am Tisch. Häufig lassen sich Beikost-Rezepte sogar durch ein paar Gewürze auf den Geschmack der älteren Geschwister oder Mama und Papa anpassen. Das spart euch viel Zeit beim Kochen, die ihr gemeinsam mit dem Nachwuchs verbringen könnt.

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Ab wann können Babys feste Nahrung essen?

Die Entwicklung jedes Babys ist anders. Deshalb kann man nicht sagen, dass alle Kinder mit 6 oder 8 Monaten bereit sind, um breifrei zu essen. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gilt es daher auf folgende Signale zu achten:

1. Das Baby kann aufrecht sitzen und selbständig den Kopf halten. 
2. Das Baby kann selbständig nach Essen greifen und in den Mund stecken.
3. Der Zungenstreckreflex ist weg, sodass das Essen auch im Mund bleibt.
4. Das Baby zeigt Interesse am Tischgeschen und öffnet dabei den Mund.

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Tipp: Die Lust auf Beikost ist tagesformabhängig. Wenn euer Baby weder Brei noch feste Beikost-Rezepte essen will, dann zwingt es nicht und füttert es einfach mit Pre- oder Muttermilch. Bleibt geduldig und bietet eurem Kleinen immer wieder die Beikostnahrung an. Alles kann, nichts muss, lautet die Devise.

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Welche feste Nahrung eignet sich für Babys?

Alles kann, nichts muss, gilt nur für die innere Bereitschaft. Was an fester Nahrung auf Babys Teller landet, ist natürlich nicht willkürlich.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, nur Lebensmittel an Babys ab 8–9 Monaten zu reichen, die sich zum Großteil durch den Speichel aufweichen lassen. Dazu gehören weiches (Toast)Brot ohne Kruste und Zwieback.

Ein guter Anfang für festes Baby-Essen ist saftiges Obst und weiches Gemüse wie Banane, Melone (entkernt) oder Avocado. Wichtig: Fingerfood für Babys nicht zu klein schneiden, sondern so groß lassen, dass die Kinder es mit der Hand greifen und "abbeißen" können.

Im Video: Rezept für selbstgemachten Babybrei

Video von Jutta Eliks

Lesestoff: Gesunde Ernährung für Babys und Kleinkinder: Darauf solltet ihr achten

Diese Lebensmittel eignen sich NICHT für Beikoststarter!

Was Babys im Beikostalter nicht essen sollten, sind vor allem sehr kleine und harte Lebensmittel, die leicht verschluckt werden können. Aber auch süße und würzige Speisen sind nichts für kleine Kinder, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Tipp: Festes Obst wie Äpfel am besten kurz dünsten, um es leichter verdaulich für Babys zu machen. Das Gleiche gilt für Möhren, (Süß)Kartoffeln, Brokkoli und anderes Gemüse. Beim Dampfgaren gehen keine Nährstoffe verloren!

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Achtung: Finger weg von diesen Lebensmitteln:

  • Zucker, Salz und scharfe Gewürze
  • Kleine Beeren, Nüsse, Samen oder Körner (auch auf Brot)
  • Blähende Lebensmittel wie Kohl, Zwiebel, Hülsenfrüchte, (Knob)Lauch
  • Gezuckerte Milchprodukte wie Joghurt, Dickmilch oder Fruchtquark
  • Weich- und Frischkäse aus Rohmilch
  • Rohe Fleisch-, Fisch- und Eierspeisen (sowie Kurzgegartes)
  • Rohes Getreide und Pseudogetreide
  • Reiner Bienenhonig
  • Unraffinierte, kaltgepresste Öle
  • Fettiges oder Frittiertes
  • Stark gesalzene, geräucherte oder gewürzte Lebensmittel


Ab 10 Monaten, wenn die Zähne da sind, können die Kleinen dann essen wie die Großen. Doch auch hier solltet ihr euch noch mit scharf gewürztem Fingerfood sowie fettreichen und blähenden Lebensmitteln zurückhalten.

Das solltet ihr bei fester Babynahrung beachten

Viele Eltern scheuen vor breifreier Beikost zurück, weil sie Angst haben, das Baby könne an festen Lebensmitteln ersticken. Hierzu sei gesagt, dass Kinder in dem Alter einen schnell funktionierenden Würgreflex haben und die Nahrung meist automatisch ausgespuckt wird.

Dennoch lohnt es sich immer, einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder zu besuchen, um sich sicherer zu fühlen. Denn auch Brei kann verschluckt werden. Darüber hinaus solltet ihr auf die folgenden Dinge achten, wenn euer Baby isst.

1. Bleibt immer in der Nähe und lasst euer Baby nie unbeobachtet beim Essen.
2. Das Baby nur in aufrechter Sitzposition essen lassen, nicht im Liegen.
3. Neue Lebensmittel stets alleine einführen, um Allergien erkennen zu können.
4. Essen nicht zu klein schneiden, damit es nicht so leicht verschluckt werden kann.
5. Beim Essen Wasser zum Trinken reichen; v.a. wenn ihr seltener stillt.
6. Alle Familienmitglieder (wie Oma & Opa) über die Beikostregeln informieren.

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5 Vorteile von fester Beikost im Überblick

Es gibt jede Menge gute Gründe, um Babys nicht nur mit Brei, sondern auch mit festen Beikost-Rezepten zu ernähren. Die fünf wichtigsten Vorteile haben wir euch hier aufgelistet.

1. Selbstständigkeit: Das Baby muss nicht gefüttert werden und lernt, selbstständig zu essen. Dadurch wird nicht nur die Koordination und Motorik verbessert. Euer kleiner Schatz wird schlichtweg stolz sein, (fast) wie die Großen am Tisch mitessen zu können.

2. Neugier: Anders als bei Brei, wo sämtliche Bestandteile püriert sind, kann das Baby bei fester Beikost die einzelnen Lebensmittel viel intensiver kennenlernen. Das beginnt beim Greifen und endet beim Mundgefühl. Unterschiedliche Konsistenzen machen das Essen für Babys direkt spannender.

3. Sättigung: Wird das Baby nicht gefüttert, bekommt es ein intuitives Sättigungsgefühl, da es selbst entscheidet, wie viel es isst, bis es satt ist. So können auf lange Sicht Ernährungsstörungen und Übergewicht verhindert werden, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schreibt.

4. Verdauung: Auch der Verdauungsapparat des Babys wird durch feste Nahrung anders beansprucht als durch Brei. Auch die Kiefermuskulatur wird durch die Kauversuche trainiert und gefestigt.

5. Zeitersparnis: Nicht zuletzt freuen sich Mama und Papa, wenn sie nicht für alle separat kochen müssen. Denn oft kann das Baby-Fingerfood leicht für die Älteren angepasst werden. Behaltet einfach eine kleine Portion fürs Baby zurück. Den Rest könnt ihr nach Geschmack würzen.

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Feste Beikost: So einfach geht's!

Wie ihr lecker und breifrei für Babys kochen könnt, zeigen euch Lena Merz und Annina Schäflein in ihrem neuen Kochbuch "Breifrei für Babys". Die beiden Mamas und Festkost-Fans kennt man von ihrem Blog Breifreibaby, wo sie viele alltagsnahe Tipps und Infos zum Thema feste Beikost geben.

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Wir dürfen euch hier direkt vier Beikost-Rezepte aus dem Buch vorstellen. Entschieden haben wir uns für besonders einfache Speisen, die Babys gleich zu Beginn ihres Beikostalters zu sich nehmen können.

In dem Kochbuch gibt es darüber hinaus noch viele Beikost-Rezepte, die Babys und Kleinkinder mit etwas Übung zu sich nehmen können. Darunter leckere Ideen zum Frühstück sowie Mittag- und Abendessen. Obendrauf findet ihr darin gesunde Beikost-Rezepte für Geburtstagsfeiern und Baby-Fingerfood.

1. Beikost-Rezept für Milchreisschnitten

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 12 Milchreisschnitten

  • 250 g Milchreis
  • 700 ml Milch (ersatzweise Haferdrink, ungesüßt)
  • 1 Msp. gemahlene Bourbon-Vanille
  • 1 Birne (ersatzweise Apfel oder 100 g Himbeeren)

So geht die Zubereitung:
Den Milchreis mit Milch und Vanille in einem Topf langsam aufkochen. Zugedeckt bei kleinster Hitze knapp unter dem Siedepunkt ca. 30 Min. garen, dabei ab und zu umrühren.

Inzwischen die Birne schälen, vierteln, entkernen und in sehr kleine Stücke schneiden. Bei Verwendung von Himbeeren diese verlesen, waschen, trocken tupfen und fein pürieren. Fruchtstücke oder -püree nach den 30 Min. Garzeit zum Reis geben. Den Herd ausschalten und den Reis offen noch 10 Min. ziehen lassen.

Den Backofen auf 175 Grad vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Milchreis darauf ca. 1 cm hoch zu einem 25 × 20 cm großen Rechteck ausstreichen. Die Reisplatte im Ofen (Mitte) 20 Min. backen. Auskühlen lassen und in zwölf gleich große Schnitten schneiden.

2. Beikost-Rezept für Vollkorntoast

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 1 Brot (ca. 15 Scheiben)

  • 300 g Vollkorn-Weizenmehl
  • 200 g Dinkelmehl (Type 630)
  • ½ Würfel frische Hefe (21 g)
  • 50 g Butter
  • 2 TL Cashewmus (ersatzweise Mandelmus)

Außerdem

Ihr braucht diese Zutaten:
Beide Mehlsorten in einer Schüssel mischen, in die Mitte eine Mulde drücken. Die Hefe in 50 ml lauwarmes Wasser bröckeln und darin auflösen. Das Hefewasser in die Mehlmulde gießen und etwas Mehl vom Rand darüberstreuen. Den Vorteig zugedeckt 5 Min. gehen lassen.

Inzwischen die Butter in einem kleinen Topf zerlassen und etwas abkühlen lassen. Mit 300 ml lauwarmem Wasser und dem Cashewmus zum Vorteig in die Schüssel geben. Alles in ca. 10 Min. zu einem glatten Teig verkneten. Den Hefeteig zugedeckt an einem warmen Ort ca. 1 Std. gehen lassen.

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die Kastenform einfetten. Den Teig hineingeben, glatt streichen und 10 Min. gehen lassen. Mit Wasser bestreichen und im Ofen (Mitte) ca. 25 Min. backen. Aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

3. Beikost-Rezept für Spinat-Aufstrich

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 1 Glas (200 ml)

  • 70 g Sonnenblumenkerne
  • 1 TL Zitronensaft
  • 3 TL Öl
  • 125 g Baby-Blattspinat
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Msp. frisch geriebene Muskatnuss
  • Salz, Chiliflocken (für die Großen)

So geht die Zubereitung:
Sonnenblumenkerne, Zitronensaft, 2 TL Öl und 2 EL Wasser fein pürieren. Spinat putzen, waschen, abtropfen lassen. Frühlingszwiebel putzen, waschen, in feine Ringe schneiden.

Im Topf 1 TL Öl erhitzen, Frühlingszwiebel dazugeben. Knoblauch schälen und dazupressen. Bei mittlerer Hitze ca. 3 Min. unter Rühren anschwitzen. Spinat unterrühren, zusammenfallen lassen. Mit Muskat würzen. Spinat mit Sonnenblumenkernmasse fein pürieren. In ein sauberes Schraubglas füllen. Gekühlt ca. 5 Tage haltbar.

Tipp: So schmeckt es den Großen: Den Aufstrich auf dem Brot mit Salz und Chiliflocken würzen.

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4. Beikost-Rezept für Brokkolistangen als Baby-Fingerfood

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 16 Stück

  • 250 g Brokkoli (alternativ Blumenkohl oder Romanesco)
  • 1 Ei (M)
  • 50 ml Öl
  • 100 g Vollkorn-Dinkelmehl
  • ½ TL edelsüßes Paprikapulver

So geht die Zubereitung:
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Brokkoli putzen, waschen, in grobe Stück schneiden und mit einem Blitzhacker zu feinen Raspeln zerkleinern. Ei und Öl in einer Schüssel verquirlen. Den Brokkoli dazugeben, Mehl und Paprikapulver darüberstreuen. Alles mit den Knethaken des Handrührgeräts zu einem feuchten Teig vermischen.

Aus dem Teig mit leicht angefeuchteten Händen nach und nach durch sanften Druck 16 ca. 6 cm lange Stangen formen. Stangen auf das Blech legen und im Ofen (Mitte) ca. 30 Min. backen. Herausnehmen und lauwarm oder vollständig abkühlen lassen.

Die Stangen können gut ausgekühlt eingefroren und nach Bedarf bei Raumtemperatur aufgetaut werden. Sie lassen sich gut von kleinen Babyhänden halten und sind ein toller Snack für unterwegs.

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