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Lesbischer Sex: Alles, was ihr wissen müsst

von Fiona Rohde Erstellt am 1. Mai 2019, letzte Änderung 16. September 2020
Lesbischer Sex: Alles, was ihr wissen müsst© Getty Images

Lesbischer Sex macht neugierig: Was ist anders? Und die ewige Frage: Fehlt da was? Wir verraten euch, mit welchen Techniken sich zwei Frauen Lust bereiten und warum da rein gar nichts fehlt.

Wer bei lesbischem Sex denkt, hier würde etwas fehlen, der sollte schleunigst umdenken. Und wer dabei irgendwelche Männerfantasien aus schlechten Filmen hat, ebenfalls. Deshalb hier ein paar Infos, wie Sex zwischen zwei Frauen ablaufen kann – ohne Penis und ohne das Gefühl, dass etwas fehlt.

Fakt ist: Lesbischer Sex wird von vielen bisexuellen Frauen als einen Tick zärtlicher als Heterosex empfunden. Die Hände tragen enorm viel zum Liebesspiel bei. Letztendlich besteht ein großer Teil der lesbischen Erotik aus Petting und gezielter Stimulation der erogenen Zonen. Also dem, was man auch bei Heterosex gemeinhin als Vorspiel bezeichnet. Aber lesbischer Sex kann weit mehr, als nur ein bisschen Streicheleinheiten.

Reibungspunkte erwünscht

Im alten Griechenland nannte man die lesbische Liebe "Tribadie", was einfach nur "reiben" bedeutet. Im Deutschen und Englischen bezeichnet "Tribadie" bzw. "Tribadism" heute noch eine lesbische Sextechnik, bei der beide Frauen ihre Geschlechtsorgane aneinanderreiben und damit ohne Penetration zum klitoralen Orgasmus kommen.

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Echte Lippenbekenntnisse

Klar, wenn zwei Frauen Sex haben, gibt es keine klassische Penetration via männlichem Penis. Deshalb müssen Frauen hier kreativ sein. Und das sind sie. Zudem profitieren sie natürlich auch vom Wissen über den weiblichen Körper und wissen genau, was wie und wo gut funktioniert.

Lesbischer Sex ist deshalb auch sehr vielfältig. Zum einen, weil er viel oral stattfindet. Der Lustgewinn mit dem Mund, den Lippen und der Zunge ist bei lesbischen Techniken sehr wichtig: Küssen, Lecken, Knabbern oder Saugen. Das schließt sämtliche Zonen und Körperteile mit ein und meint natürlich auch den Oralsex (Stichwort: Cunnilingus und Anilingus).

Letztlich kann man deshalb durchaus sagen: Die Spielarten des Verwöhnens sind bei lesbischen und heterosexuellen Paaren sehr ähnlich. Vorausgesetzt der Heterosex ist mehr als reine Penetration.

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Lesbischer Sex: Mehr als nur streicheln

Sicherlich denken viele, dass bei lesbischem Sex dennoch irgendwie der Penis bzw. die Penetration fehlen würde. Das ist jedoch nicht der Fall. Denn im Gegensatz zu zahlreichen Vorurteilen ist die Penetration durchaus ein fester Bestandteil der lesbischen Sextechnik. Und dazu ist gar kein männlicher Penis nötig.

Die Penetration kann mit den Fingern, der Zunge oder anderen Hilfsmitteln wie Dildos oder Vibratoren stattfinden. Gleitmittel sorgen für extra Spaß. Da Frauen ihre Körper in der Regel sehr gut kennen, ist die Chance auf einen vaginalen Orgasmus bei lesbischem Sex sogar höher als beim Heterosex.

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Nachgefragt: Wie funktioniert eigentlich lesbischer Sex?

Video von Redaktion

Lesbischer Sex schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten

Lesbische Frauen sind dem Risiko sexuell übertragbarer Krankheiten genauso ausgesetzt wie heterosexuelle Paare, selbst wenn es nicht unbedingt zur Penetration kommt. Auch wenn beim Sex unter Frauen keine Empfängnisverhütung notwendig ist, sollten lesbische Frauen einmal pro Jahr zur gynäkologischen Routineuntersuchung gehen und einen Abstrich machen lassen.

Neuesten Studien zufolge ist jede fünfte Frau, die noch keinen Sex mit einem männlichen Partner hatte, mit Humanen Papillomviren (HPV) infiziert, die als einer der Auslöser für Gebärmutterhalskrebs gelten. Es ist also auch bei lesbischem Sex sehr wichtig, alle Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um sich nicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit anzustecken.

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So können sich lesbische Frauen vor Geschlechtskrankheiten schützen

Als Schutz für Oralsex & Co wird ein Mundschutz empfohlen, genauer gesagt ein Latextuch (Dental Dam), das in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen erhältlich ist. Das Latextuch wird während des Sex zwischen Mund und Genitalien gelegt, um den direkten Kontakt zu vermeiden.