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Cocktails mit Eistee: Das sind die Trend-Drinks 2020

von Nicole Molitor Erstellt am 7. Juni 2020
Cocktails mit Eistee: Das sind die Trend-Drinks 2020© Getty Images/iStock

Wir zeigen, wie ihr Cocktails mit Eistee mixen könnt und warum Tee im Drink die neue It-Zutat schlechthin ist. Rezepte mit Earl Grey, Matcha und Co. on Top. Damit wird die Teatime zur Afterhour!

Dass Kaffee oder Espresso im Cocktail landen, wundert schon lange niemanden mehr. Man denke nur an Klassiker wie den White Russian, Irish Coffee oder Espresso Martini. Tee-Cocktails sind da schon deutlich exotischer. Doch in den letzten Jahren hat man Tee endlich als Top-Zutat für alkoholische Drinks erkannt.

Aufwind bekommt die beschwipste Teekultur durch den Eistee-Trend im Sommer 2020. Amerikanischer Ice Tea ist eisgekühlt, fruchtig und erfrischend – eben alles, was man auch von einem guten Sommercocktail erwartet. Alkohol in den Eistee zu kippen, ist daher nur konsequent. Damit wird die Teatime am Nachmittag einfach auf die abendliche Afterhour oder das Wochenende verlegt.

Im Video: Welcher Drink passt zu deinem Geburtsmonat?

Video von Jutta Eliks

Wir haben vier spritzige Rezepte für Cocktails mit Eistee für euch! Außerdem verraten wir, welche Teesorten mit welchem Alkohol harmonieren, wie ihr den Tee für Cocktails zubereiten könnt und was Eistee-Cocktails so besonders macht.

Funfact: Obwohl der berühmte "Long Island Ice Tea" den Eistee im Namen führt, steckt darin kein einziger Tropfen Tee. Der Cocktail verdankt seinen Titel der Optik, die dank der Farbe, des Longdrinkglases und der Eiswürfel an alkoholfreien Eistee erinnert.

Lesetipp: Stilvoll ohne: Die besten alkoholfreien Getränke für Erwachsene

Was ist der Reiz von Tee-Cocktails?

In Norddeutschland wird seit jeher gerne Rum in den Tee geschüttet, weshalb wir auch redensartlich davon sprechen, "einen im Tee zu haben". Warum es durchaus sinnvoll sein kann, Tee mit Alkohol zu mischen, lest ihr hier.

Tee ist ein Muntermacher. Grund dafür ist das Teein, das ähnlich wie das Koffein im Kaffee eine belebende Wirkung hat. Durch bestimmte Gerbstoffe und Aminosäuren zerfällt Teein langsamer als Koffein, weshalb Tee sanfter und gleichzeitig länger wachmacht. Wichtig für den Effekt ist es, die vorgeschriebene Ziehzeit nicht zu überschreiten. Schwarzer Tee enthält übrigens mehr Teein als grüner Tee.

Tee ist gesund. Grüner und schwarzer Tee sind reich an antioxidativen Flavonoiden. Dadurch kann Tee die Immunabwehr stärken und Entzündungen lindern. Polyphenole im grünen Tee sollen das Hautbild glätten. Bitterstoffe im Tee regen die Verdauung an und können bei einer Diät den Heißhunger bremsen. Von den vielen ätherischen Ölen und ihren heilenden Wirkungen in Kräutertees wollen wir gar nicht erst anfangen.

Auch lesen: Grüner Tee: Diese Wunderwirkung hat er auf Gesundheit, Haut und Gewicht

Tee ist facettenreich: Grüner Tee, schwarzer Tee, weißer Tee, Kräutertee, Früchtetee – die Teewelt ist unglaublich vielseitig. Als wäre das noch nicht genug, unterscheiden sich die Teesorten zusätzlich durch ihre Herkunft, die Art der Ernte, des Welkens, Rollens, Fermentierens, Trocknens und Sortierens. Von der Brühmethode und Ziehzeit ganz zu schweigen.

Wie beim Kaffee gibt es auch beim Tee einen großen Geschmacksreichtum, der für mehr Würze und Abwechslung im Cocktail sorgt. Und genau das wollen wir schließlich: Spannende Drinks, die nicht nach 08/15 schmecken.

Lesestoff: Cocktail-Rezepte: So genial sind die It-Drinks 2019

Welche Teesorte passt zu welchem Alkohol?

Teesorten gibt es wie Sand am Meer. Prinzipiell könnt ihr aus jedem Tee einen Cocktail mit Eistee zaubern. Da das Mixen von Cocktails jedoch viel mit Chemie und einem ausgewogenen Geschmack zu tun hat, wollen wir euch hier zeigen, welche Teesorte zu welchem Alkohol passt.

Grüner Tee wie der japanische Sencha schmeckt in der Regel blumig-leicht, da er nicht fermentiert wird. Dasselbe gilt für weißen Tee. Dazu passt ein unbeschwerter Alkohol wie Wodka, Gin oder weißer Rum. Gerösteter Grüntee wie der Hojicha harmoniert toll mit rauchigem Whiskey.

Matcha Tee ist eine Unterart des grünen Tees. Anders als bei klassischem Tee wird hier das gemahlene Teepulver mitgetrunken, weshalb Matcha besonders gesund ist. Dazu passen etwas schärfere Alkoholnoten wie der von Tequila. Süßen könnt ihr euren Matcha-Cocktail mit fruchtigen Likören.

Schwarzer Tee wie der Darjeeling ist durch den abgeschlossenen Fermentierungsprozess stärker im Geschmack und verträgt sich deshalb auch mit kräftigen Alkoholsorten wie braunem Rum oder Whiskey. Das gilt insbesondere für Schwarzteemischungen mit Räucheraroma wie der Lapsang Souchong. Zu duftigem Earl Grey passt dagegen perfekt ein beeriger Gin.

Oolong Tee ist ein Mittelding zwischen grünem und schwarzem Tee. Er wird nicht vollständig fermentiert und kann mal blumiger und mal kräftiger schmecken. Schön ist auch hier ein schottischer Whiskey. Mit Wodka oder Wermut wird der Drink milder.

Kräutertees sind wie gemacht für Mixturen mit Kräuterlikören. Das Aroma von Pfefferminze passt allerdings auch wunderbar zu der süßen Schwere von karibischem braunem Rum. Der harmoniert ebenfalls gut mit Rooibos-Tee, der gleichzeitig ein guter Rotwein-Partner für weihnachtlichen Glühwein ist. Kamille schmeckt besser mit Whiskey und Mate-Tee ist genial in der Mischung mit Büffelgraswodka.

Tipp: Für welchen Tee ihr euch auch entscheidet – achtet beim Kauf auf das Fair-Trade-Siegel, das für soziale und gerechte Bedingungen bei dem Teeanbau und der Teeernte steht.

Cocktails mit Teebeutel oder losem Tee zubereiten?

Aber wie genau werden Tee-Cocktails gemacht? Hier gibt es drei Methoden, die sich hauptsächlich dadurch unterscheiden, ob ihr Teebeutel oder losen Tee für euren Drink verwenden wollt.

1. Methode: Cocktails mit Teebeutel zubereiten

Diese Methode ist perfekt für kleine Mengen, wenn ihr bespielsweise nur ein einzelnes Glas Tee-Cocktail zubereiten möchtet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird euch der Cocktail mit Eistee genau so in einer Bar serviert.

So geht's: Einfach den Teebeutel in den Alkohol hängen und ein paar Minuten im Glas ziehen lassen. Der Tee gibt nicht nur in heißem Wasser sein Aroma ab, sondern auch in kalten Flüssigkeiten. Anschließend die restlichen Cocktailzutaten ins Glas gießen und mit Eis aufschütten. Wie lange ihr den Teebeutel im Cocktail behaltet, entscheidet darüber, wie konzentriert der Drink nach Tee schmeckt.

Tipp: Pyramidenförmige Teebeutel sind flachen Teebeuteln vorzuziehen, weil der Tee darin mehr Platz hat, um ein Aroma zu entfalten. Außerdem kommt der Tee hier rundum besser mit der Flüssigkeit in Kontakt.

2. Methode: Cocktails mit Teesirup herstellen

Diese Variante funktioniert besonders gut mit losem Tee. Teesirup ist eine gute Möglichkeit, um nicht ständig neue Tee-Cocktails ansetzen zu müssen. Der Sirup ist durch seinen hohen Zuckergehalt lange im Kühlschrank haltbar, sodass ihr daraus leicht weitere Drinks mixen könnt.

So geht's: Ihr kocht die Teeblätter mit ein paar Esslöffeln Wasser in einem Topf auf, gebt ein paar Esslöffel Zucker dazu und reduziert den Tee zu einem süßen Sirup. Sobald der Zucker geschmolzen ist, nehmt ihr den Teesirup vom Herd und lasst ihn etwa 10 Minuten ziehen. Die Teeblätter durch ein Sieb abseihen und den kalten Sirup mit den Cocktailzutaten mischen.

Tipp: Abgefüllter Teesirup in einer dekorativen Glasflasche ist ebenfalls ein schönes DIY-Geschenk aus der Küche.

3. Methode: Cocktail mit fertigem Tee zubereiten

Mit dieser Methode könnt ihr auf einen Schlag eine größere Menge an Cocktails mit Eistee zubereiten, etwa wenn ihr Besuch von Freunden erwartet. Auf die gleiche Weise wird typischerweise auch alkoholfreier Eistee selbst gemacht.

So geht's: Tee mit heißem Wasser aufbrühen. Damit der Tee besonders stark ist und der Tee-Cocktail am Ende nicht verwässert, solltet ihr die Teeblätter oder den Teebeutel mit sehr wenig Wasser aufkochen. Am besten nur so viel, dass der Tee(beutel) knapp mit Wasser bedeckt ist. Anschließend abkühlen lassen (im Fall von losem Tee noch abseihen) und dann zum Cocktail verarbeiten.

Tipp: Matcha-Pulver könnt ihr direkt im Shaker mit den anderen Zutaten zum Cocktail verarbeiten. Aufbrühen müsst ihr Matcha-Tee vorher also nicht.

Rezepte für Cocktails mit Eistee

Neugierig geworden? Dann kommen hier vier Rezepte für fruchtige und erfrischende Cocktails mit Eistee. Natürlich könnt ihr daraus auch einfach Mocktails machen, indem ihr den Alkohol weglasst. Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren und sagen schon mal: Cheers!

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1. Cocktail mit Eistee: Fruchtiger Sundowner mit Gin

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 1 Glas

  • 2 Orangenspalten
  • 2 Zitronenspalten
  • 1 Grapefruitspalte
  • 40 ml guten Gin, z. B. Sipsmith London Dry Gin
  • 25 ml Früchtetee-Sirup
  • Orangenzeste zum Garnieren

Für den Früchtetee-Sirup

  • 500 ml Wasser
  • 500 g Zucker
  • 6–8 TL Früchtetee, z. B. Hibiskus

So mixt ihr den Drink:
Für den Früchtetee-Sirup Wasser und Zucker in einem Topf erhitzen, leicht köcheln lassen und rühren, bis sich der Zucker ganz aufgelöst hat.

Vom Herd nehmen, den Früchtetee hinzugeben und stehen lassen, bis der Sirup auf Zimmertemperatur abgekühlt ist (nach ca. 30 Minuten). Abseihen, in eine sterile Flasche füllen und im Kühlschrank aufbewahren, bis er gebraucht wird.

Einen Cocktail-Shaker mit Eis füllen. Die Orangen- und Zitronenspalten auspressen und den Saft in den Shaker geben, ebenso mit der Grapefruitspalte verfahren. Gin und Teesirup hinzugeben und kräftig schütteln. In ein gekühltes Longdrink- oder Cocktailglas abseihen und mit der Orangenzeste garnieren.

2. Cocktail mit Eistee: Kalter Mandarinenpunsch

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 1 Liter

  • Saft und Schale von 2 Mandarinen
  • Saft von 1 weiteren Mandarine
  • 225 ml kräftiger Schwarztee (gekühlt)
  • Saft und schmale Zesten von 1 Zitrone
  • 125 g Demerara-Zucker oder brauner Rohrzucker
  • 300 ml guten Rum

Außerdem

  • Ein oder mehrere Einmachgläser oder Flaschen (mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 1 Liter, hier bei Amazon)*

Tipp: Dazu passt als Deko eine Zimtstange oder ein Thymian-Zweig.

So mixt ihr den Drink:
Die Mandarinenschalen von der weißen Haut befreien und die Schale zusammen mit allen anderen Zutaten in die Flasche bzw. das Einmachglas geben. Fest verschließen und kräftig schütteln, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag durch ein mit Musselin ausgelegtes Sieb in eine zweite Flasche gießen – fertig!

Tipp: Der Punsch hält sich mindestens sechs Monate. Variation: Die Original-Version verwendet Schale und Saft von zwei Zitronen statt Mandarinen. Wenn ihr diese Variante ausprobieren wollt, könnte es sein, dass ihr etwas mehr Zucker braucht.

Auch lesen: Wein-Slushies: Die besten Rezepte für den leckeren It-Drink

3. Tee-Cocktail: Earl-Grey-Martini (links im Bild unten)

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 1 Glas
Für den Earl-Grey-Sirup

  • 4 EL Wasser
  • 2 EL kräftiger Earl Grey (Blatt-Tee)
  • 3 EL feiner Zucker

Für den Zitronen-Salzrand

  • feiner Abrieb von 2 Zitronen
  • 50 g Meersalz

Für den Martini

  • 2 EL Gin
  • 1 EL Zitronensaft
  • Eiswürfel

Für die Deko (optional)

  • eine lange Zitronenzeste (zu einem Knoten geschlungen)
  • getrocknete Borretschblüten


So mixt ihr den Drink:
Für den Earl-Grey-Sirup in einem kleinen Topf das Wasser erhitzen, Teeblätter und Zucker dazugeben und rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Vom Herd nehmen und 10 Minuten ziehen lassen, abseihen, abkühlen lassen und kaltstellen.

Das Martini-Glas kaltstellen. In der Zwischenzeit den Zitronenabrieb mit dem Salz in Mixer oder Mörser zu sehr feinem Pulver verarbeiten und in eine flache Schüssel füllen.

Den oberen Rand des gekühlten Glases in das Zitronensalz stippen. Gin, Earl-Grey-Sirup, Zitronensaft und Eis in einen Cocktail-Shaker geben, kräftig schütteln, in das vorbereitete Glas abseihen und mit der Zitronenzeste und den Borretschblüten garnieren.

4. Cocktail mit Matcha: Matcharita (rechts im Bild oben)

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 1 Glas

  • 50 ml weißer Tequila (z. B. Calle 23)
  • 2 TL Curaçao
  • 4 TL Yuzu-Saft
  • 2 TL Maraschino
  • ¼ TL aufgebrühter Matcha-Tee
  • Eiswürfel
  • schwarzes Salz und Zitronenscheiben zum Garnieren

So mixt ihr den Drink:
Alle Zutaten in den Shaker geben, kräftig schütteln und in ein Glas mit schwarzem Salzrand gießen. Mit Zitronenscheiben und etwas schwarzem Salz garnieren.

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