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Schmierblutung statt Periode: Die häufigsten Ursachen

von Anne Walkowiak Erstellt am 20.01.22 um 08:00
Schmierblutung statt Periode: Die häufigsten Ursachen© Getty Images

Tritt anstelle der normalen Monatsblutung nur eine Schmierblutung auf oder kommt es mitten im Zyklus dazu, kann das verschiedene Ursachen haben. Welche, wollen wir klären.

Inhalt
  1. · Was ist eine Schmierblutung?
  2. · Hormonelle Ursachen für Schmierblutungen
  3. · Andere Ursachen für Schmierblutungen
  4. · Wann muss man mit einer Schmierblutung zum Arzt?
  5. · Wie werden Schmierblutungen behandelt?
  6. · Schmierblutungen vorbeugen - geht das?

Der weibliche Zyklus ist nicht nur komplex, sondern auch besonders störungsanfällig. So können Stress, Hormonschwankungen oder auch ein Infekt dazu führen, dass er sich verschiebt. So kann die Periode ausbleiben, besonders lang oder verkürzt sein oder es tritt eine Schmierblutung statt der Periode oder Blutungen mitten im Zyklus auf.

Kommt es einmalig zu einer Schmierblutung, ist das erst einmal kein Grund zur Sorge. Tritt sie jedoch vermehrt auf, in Form von Zwischenblutungen oder anstelle der eigentlichen Periode, sollte dies abgeklärt werden. Auch Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere sollten Schmierblutungen beim behandelnden Gynäkologen abklären lassen.

Welche Ursachen eine Schmierblutung haben kann sowie mögliche Behandlungen wollen wir erläutern.

Was ist eine Schmierblutung?

Eine Schmierblutung kann jederzeit auftreten, sowohl mitten im Zyklus als auch statt der Periode. Häufig tritt sie in Form eines schwachen Ausflusses auf, vereinzelt kann sie auch stärker ausfallen. Schmierblutungen haben eine bräunliche Farbe und können von wenigen Stunden bis hin zu mehreren Tagen andauern.
Schmierblutungen haben oft hormonelle, können aber auch organische Ursachen haben.

Im Video: Unterleibsschmerzen, aber keine Periode? Das kann es bedeuten

Video von Esther Pistorius

Hormonelle Ursachen für Schmierblutungen

Schwangerschaft
Bei einer Schmierblutung, die statt der Periode auftritt, also rund um das Einsetzen der Monatsblutung, kann es sich unter Umständen um eine Einnistungsblutung handeln. Nistet sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut ein, können dabei kleine Äderchen platzen, was sich als leichte Blutung darstellen kann.

Ovulationsblutung
Unmittelbar nach dem Eisprung kann es zu einer Art Zwischenblutung kommen, wenn der Östogenspiegel sinkt und der Progesteronspiegel steigt.

Hormonschwankungen
Stress, Liebeskummer, eine Reise, Krankheit, schon kleine Dinge oder Veränderungen können den Hormonhaushalt einer Frau durcheinander wirbeln und dazu führen, dass ihre Periode ausbleibt, verkürzt oder besonders lang ist oder Zwischenblutungen auftreten.

Pubertät und Wechseljahre
In der Pubertät muss sich der Hormonhaushalt erst einmal einpendeln. Das bedeutet, dass Zyklusschwankungen und Schmierblutungen häufiger auftreten können. Die Wechseljahre sind ebenfalls geprägt von hormonellen Schwankungen. Auch hier treten vermehrt Schmierblutungen auf.

Hormonelle Empfängnisverhütung
Die über die Pille oder Hormonspirale zugeführten Hormone (Östrogen, Gestagen) können zu Beginn der Einnahme bzw. kurz nach dem Einsetzen Schmierblutungen verursachen.

Gelbkörperschwäche
Frauen mit einer Gelbkörperschwäche haben sehr oft eine verkürzte zweite Zyklushälfte und Schmierblutungen zum Ende ihrer Periode. Das Gelbkörperhormon ist unter anderem dafür verantwortlich, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet ist.

Lies auch: Gelbkörperschwäche und unerfüllter Kinderwunsch: Alles zu Symptomen, Ursachen & Behandlung

Andere Ursachen für Schmierblutungen

Entzündungen
Eileiter und Eierstöcke können sich entzünden. Symptome dafür sind neben der Schmierblutung auch Schmerzen beim Sex und Schmerzen während des Eisprungs. Auch die Scheide kann sich entzünden. Steigt diese Entzündung in die Gebärmutter auf, kann es zu Schmierblutungen kommen. Unterleibsschmerzen und übel riechender Ausfluss sind weitere Symptome der Scheidenentzündung.

Myome, Polypen, Krebs
Myome sind gutartige Wucherungen in der Gebärmutter, die häufig keiner Behandlung bedürfen. Jedoch können sie Schmierblutungen verursachen. Zudem können sie für eine besonders starke und auch besonders lange Menstruationsblutung sorgen. Auch Polypen in der Gebärmutter oder am Gebärmutterhals können diese auslösen.

Endometriose
Bei der Endometriose verteilt sich Schleimhaut aus der Gebärmutter auch außerhalb. Und so wie der Gebärmutterschleim durch die Monatsblutung ausgeschieden wird, wird auch der sogenannte versprengte Schleim ausgeschieden. Schmierblutungen können, neben Zyklusschwankungen, starken Regelschmerzen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, ein Anzeichen für eine Endometriose sein.

Lesetipp: Endometriose: Diese Symptome sollte jede Frau (mit Kinderwunsch) kennen

Schilddrüsenerkrankungen
Bei der Erkrankung der Schilddrüse kann es sowohl zur Über- als auch Mangelproduktion bestimmter Hormone kommen. Das wiederum wirkt sich auch auf den Zyklus aus und kann Ziwschenblutungen auslösen.

Geschlechtsverkehr
Auch beim Sex können kleine Äderchen platzen. Dieses Blut kann als Schmierblutung wahrgenommen werden.

Psyche
Zu viel Stress, Liebeskummer oder Trauer wirken sich auf die Psyche aus und leider auch auf den Menstruationszyklus. Schmierblutungen können die Folge starker emotionaler Phasen sein.

Wann muss man mit einer Schmierblutung zum Arzt?

Besonders in der (Früh-)Schwangerschaft kann eine Blutung Frauen sehr verunsichern. Bist du also schwanger und leidest an leichten Blutungen oder einer Schmierblutung, kannst und solltest du immer deinen Arzt um Rat bitten. In den meisten Fällen kommt es aufgrund hormoneller Schwankungen dazu. Es kann sich aber auch eine ernste Komplikation dahinter verbergen.

Schmierblutungen sind (leider) nicht selten. Viele Frauen haben bereits Erfahrungen damit gemacht. Solange diese Zwischenblutung selten auftritt oder gar nur einmalig, besteht kein Grund zur Sorge. Häufen sich jedoch Schmierblutungen statt der Periode oder in Form einer Zwischenblutung, sollte das ärztlich abgeklärt werden. Zum Arzt gehen solltest du, wenn

  • du häufig Schmierblutungen hast.
  • du oft Zwischenblutungen hast.
  • sehr starke und lang anhaltende Blutungen hast.
  • wenn die Schmier- oder Zwischenblutung in Kombination mit Schwäche, Ohnmacht oder starken Schmerzen auftritt.
  • du schwanger bist und eine Schmierblutung hast.
  • du eine Schmierblutung/ Blutung nach deinen Wechseljahren hast.

Wie werden Schmierblutungen behandelt?

Die Behandlung von Schmierblutungen richtet sich ganz nach der Ursache. Deshalb sollte man immer einen Termin beim behandelnden Gynäkologen machen und die Beschwerden schildern.

Der Arzt wird zunächst eine vaginale Untersuchung wie bei jeder Vorsorgeuntersuchung durchführen. Dazu gehört das Abtasten und eventuell auch eine Ultraschalluntersuchung. Durch diese lassen sich Myome oder andere Wucherungen schnell erkennen.

Bleibt die Untersuchung ohne Befund, kann der Gynäkologe eine Blutuntersuchung veranlassen, um zu prüfen, ob eventuell eine Schwangerschaft vorliegt. Lässt auch diese Untersuchung nicht auf die Ursache für die Zwischenblutungen schließen, wird er sich den Hormonspiegel im Blut und Urin genauer ansehen.

Liegt die Ursache für die Schmierblutungen in Myomen oder gutartigen Tumoren, können diese mittels OP entfernt werden. Lösen Hormonschwankungen die Schmierblutung aus, können pflanzliche oder künstliche Hormone diese wieder regulieren.

Ist die Ursache für Schmierblutungen statt der Periode schwerwiegender, handelt es sich beispielsweise um Krebs, dann ist auch die Behandlung entsprechend umfangreicher.

Schmierblutungen vorbeugen - geht das?

In einem gewissen Rahmen kann man auch den Menstruationszyklus unterstützen und Schmierblutungen vorbeugen, vorausgesetzt, die Ursache dafür ist nicht organisch. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, Sport und Bewegung und ein gesunder Lebensstil ohne Nikotin und übermäßigen Alkoholkonsum tut dem Körper immer gut.

Zudem sollte man darauf achten, dass der Stress im Alltag nicht überhandnimmt. Auch zu wenig Schlaf kann Einfluss auf die Periode nehmen, genauso wie unregelmäßiges Essen oder eine Diät.

Wichtig ist auch, die jährlichen und kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt wahrzunehmen. Und zwar regelmäßig und auch nicht nur, wenn man in einer Beziehung bzw. sexuell aktiv ist. Jede Frau ab 20 sollte mindestens einmal im Jahr einen Termin beim Frauenarzt machen. Besonders wichtig ist dabei der PAP-Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Auch andere Veränderungen in oder an der Gebärmutter oder den Eierstöcken können bei regelmäßigen Terminen früh erkannt werden.

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Wichtiger Hinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient lediglich der Information und ersetzt keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.

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