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Canapé-Rezepte: So belegt ihr Schnittchen de luxe

von Nicole Molitor Erstellt am 10. Dezember 2020
Canapé-Rezepte: So belegt ihr Schnittchen de luxe© Getty Images/iStock

Don't call it "Schnittchen": Hier kommen drei originelle Canapé-Rezepte als Vorspeise oder fürs Fingerfood-Buffet auf eurer Party.

Canapé oder Kanapee klingt unheimlich kultiviert. Dabei handelt es sich hier im Grunde nur um kleine belegte Brotscheiben. Schnittchen, sozusagen. Weil die Häppchen aber in der gehobenen Küche zu Hause sind, darf auch der Name etwas luxuriöser ausfallen. By the way: Es heißt Canapé, weil der Belag auf dem Brot liegt, wie auf einem Sofa (Kanapee).

Das Tolle an den Mini-Stullen ist, dass man sie vielseitig belegen und ganz bequem als Fingerfood schnabulieren kann. Spezielle Kochskills sind dafür keine nötig. Selbst Anfänger können Canapés selber machen – denn dank der Brotscheibe muss man keinen aufwändigen Teig als Grundlage anrühren. Die Zubereitung ist damit ein Klacks und die Schnitten auch als Last-Minute-Häppchen machbar.

Neben drei originellen Canapé-Rezepten zeigen wir euch in diesem Artikel, aus welchen Bestandteilen ihr eigene Schnittchen-Variationen zusammenstellen könnt. Manchmal braucht es schließlich nur ein bisschen Inspiration, um selbst kreativ zu werden. In diesem Sinne: An die Stulle, fertig, los!

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Canapé-Zutaten: Der Schnittchen-Bausatz

Ganz klassisch werden Canapés auf dünnen Vollkorn- oder Weizenbrotscheiben zubereitet. Das Brot kann geröstet sein, muss es aber nicht. Frisch getoastete Scheiben sind schön kross und vor allem warm ein Gedicht. Mit Biss erinnern die Schnittchen an italienische Crostini.

Tipp: Nach dem Toasten könnt ihr die Crostini einmal kurz mit einer angeschnittenen Knoblauchzehe einreiben. Das sorgt für ein leckeres mediterranes Aroma. Dazu noch ein paar Tropfen hochwertiges Olivenöl und ihr habt einen schnellen Snack für zwischendurch.

Mögt ihr es lieber englisch-schlicht, belegt ihr einfach eine Scheibe ungeröstetes Toastbrot als Canapé. Für britische Mini-Sandwiches schneidet ihr ganz vornehm die Rinde vom Brot ab, sodass der Belag geschmacklich besser zur Geltung kommt.

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Tipp: Es muss nicht immer rechteckig sein. Stecht doch mal zur Abwechslung Formen in euer (Toast-)Brot. Zu besonderen Anlässen wie Weihnachten oder Silvester dürfen es festliche Canapé-Sterne sein – einzeln oder auch hochgestapelt als Sandwich.

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Leckere Alternativen zur typischen Brotscheibe:

  • Baguette
  • Pumpernickel
  • Knäckebrot
  • Salzcracker (z.B. TUC oder Clubs)
  • Chips
  • Nachos
  • Reiscracker
  • Blini
  • herzhafte Mini-Waffeln
  • Mini-Wraps bzw. Tortillas
  • Mini-Crêpes bzw. Pfannkuchen
  • Mini-Pizzen
  • Mini-Flammkuchen
  • Mini-Rösti
  • Blätterteig
  • Backoblaten


Tipp: Für eine Low-Carb-Canapé-Version ohne Brot könnt ihr halbierte Eier, Gurken- oder Möhrenscheiben belegen. Voll im Trend liegt ihr ebenfalls mit Süßkartoffel-Toasts. Die Anleitung gibt's hier im Video.

Video von Aischa Butt

Beim Canapé-Belag könnt ihr euch kreativ austoben. Erlaubt ist alles, was euch und euren Gästen schmeckt. Dabei habt ihr grundsätzlich die Wahl zwischen einem rohen und einem gebratenen Belag. Gerade bei Fleisch und Fisch kann das einen entscheidenden Unterschied machen. Probiert einfach mal verschiedene Spielarten von ein und derselben Zutat aus.

Tipp: Schnittchen schmecken kalt ebenso gut wie warm. Oder teilweise warm. Wer beim Planen der Party mehr Vorlauf braucht, kann die Canapés vorbereiten und dann als kalte Häppchen auf dem Buffet servieren. Als Vorspeise bei einem Menü sind frisches Grillgemüse, geschmolzener Käse oder einmal in der Pfanne durchgeschwenkte Krabben ein schönes Detail.

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Ideen für euren Canapé-Belag:

  • Räucherlachs, Räucherforelle oder Räuchertofu
  • Garnelen, (Jakobs-)Muscheln und Tintenfisch
  • Kaviar
  • Leberwurst
  • Salami
  • (Serrano-)Schinken und Bacon
  • Frischkäse, Weichkäse und Blauschimmelkäse
  • Ziegen- und Schafskäse
  • Mozzarella
  • Feta
  • Pilze
  • Oliven
  • (eingelegte) Tomaten
  • Radieschen
  • Artischocken
  • weißer oder grüner Spargel
  • Kapern
  • saure Gurken
  • (karamellisierte) Zwiebeln
  • Salat wie Rucola
  • frische Küchenkräuter wie Basilikum


Tipp: Süße Dessert-Canapés lassen sich aus Tartelettes, Mini-Pancakes oder Keksen mit Quark, Pudding, Sahne, Fruchtaufstrich, Schokopaste, Vanillesoße oder (Salz-)Karamell zubereiten.

Toll ist auch die Kombination aus süß und herzhaft. Feigen, Honig und Käse sind ebenso gute Food-Partner wie Hühnchen, Ananas und Mango oder Melone, Dattel und Schinken. Immer gut bei Meeresfrüchten- und Fisch-Canapés: eine Zitronenscheibe. Für den Extra-Crunch sorgen dekorative Toppings wie Mandeln, Nüsse, Kerne und Samen.

Das i-Tüpfelchen eines Canapé-Rezepts ist die Soße. Das kann Mayonnaise, Aioli, Hummus, Pesto, Remoulade, Senf, Meerrettich (Kren) oder sogar ein Klecks Sauce Hollandaise sein. Seid mutig beim Erfinden neuer Geschmackskombinationen. Im Zweifelsfall die Soße als Dip zum Selbstbedienen neben die Häppchenplatte stellen.

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Schnelle Canapé-Rezepte zum Nachmachen

Wie versprochen, kommen hier nun drei ausgefallene Canapé-Rezepte, die ihr so direkt nachmachen könnt. Alle Ideen lassen sich ruckzuck umsetzen und vorbereiten.

Die Rezepte stammen aus dem Kochbuch "Mini Mania" von Ilse König. Das Buch macht seinem Namen alle Ehre, wimmelt es doch nur so von süßen und herzhaften Party-Leckereien. Darunter sind auch jede Menge Rezepte mit frisch zubereitetem Teig für noch mehr Abwechslung auf der Häppchen-Platte.

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Wir wünschen euch viel Spaß beim Belegen und Snacken – egal, ob zu Weihnachten, Silvester, zum Geburtstag oder, oder, oder!

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1. Maiscracker als Canapés

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 12 Stück
Als Basis

  • 1 Pkg. Maiscracker (oder kleine Maiswaffeln)

Als Topping

  • 6 Bio-Garnelen (roh mit Schale, frisch oder TK)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Schuss Cognac
  • 2 reife Avocados
  • Saft einer Zitrone
  • 1 kleine Aubergine
  • Salz, Pfeffer
  • Basilikum
  • Minze

So schnell geht die Zubereitung:
1. TK-Garnelen auftauen, frische Garnelen waschen, schälen, Darm entfernen. 1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Garnelen bei mittlerer Hitze je nach Größe auf jeder Seite 3–4 Min. braten. Sie sollen außen rötlich, innen weiß oder höchstens leicht glasig sein, wenn man das mag. Zu langes Braten macht sie zäh. Mit Cognac ablöschen. Abkühlen lassen.

2. Avocados halbieren, Kern entfernen, Fruchtfleisch auslösen. Mit Zitronensaft beträufeln. Im Blitzhacker mit restlichem Zitronensaft grob hacken oder mit einer Gabel zerdrücken. Aubergine waschen, putzen, mit einem scharfen Messer oder dem Gemüsehobel längs in 6 dünne Scheiben schneiden. Mit Zitronensaft beträufeln.

3. In einer schweren, beschichteten Pfanne 1 EL Olivenöl heiß werden lassen, Auberginenscheiben rasch auf beiden Seiten braun anbraten. Leicht salzen und pfeffern. Zu Spiralen rollen. Auf die Mitte der Cracker je 1 großen Löffel Avocado setzen, darauf 1 Garnele oder 1 Auberginenröllchen. Mit Basilikum und Minze toppen.

2. Mazzen als Canapés

Ihr braucht diese Zutaten:
Stückzahl nach Wahl
Als Basis

Als Topping (pro Stück)

  • 1 Gabel frisches Sauerkraut (ca. 10 g)
  • ½ TL Butter oder Olivenöl
  • 1–2 TL scharfer englischer Senf
  • 1 dünne Scheibe Pastrami
  • 1–2 Wacholderbeeren
  • 1 kleine dünne Scheibe Pecorino
  • 1 Prise Pfeffer
  • 1 kleines Lorbeerblatt

So einfach geht die Zubereitung:
1. Sauerkraut mit Butter oder Olivenöl in einer kleinen Pfanne bei mittlerer Hitze ca. 5 Min. durchrösten, öfters umrühren. Abkühlen lassen.

2. Senf auf die Mitte der Mazzen streichen. Pastrami darauflegen, Sauerkraut darin einwickeln. Mit Käse, Wacholderbeeren und, wer es scharf mag, 1 Klacks Senf toppen. Mit 1 Lorbeerblatt verzieren.

Als Info: Mazzen sind hauchdünne Fladen aus ungesäuertem Teig, der nur aus Wasser und Mehl besteht. Falls ihr keine runden Mazzen bekommt, eckige in Stücke teilen, meistens haben sie Perforierungen, entlang derer man sie leicht brechen kann. Anregung für das Rezept waren die klassischen
Reuben-Sandwiches, die allerdings warm serviert werden.

3. Toast-Körbchen als Canapés

Ihr braucht diese Zutaten:
Für eine 12er Muffin-Form
Als Basis

  • 12 Scheiben Toastbrot
  • 2–3 EL geschmolzene Butter

Als Füllung

  • ½ kleine Zucchini
  • ¼ kleine Aubergine
  • ½ kleiner roter Paprika
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 gehackte
  • Knoblauchzehe
  • Salz, Pfeffer

Als Topping

  • 50 g Rotbarbenfilet (mit Haut)
  • Salz, Pfeffer
  • 2 EL Olivenöl zum Braten
  • 1 gehackte
  • Knoblauchzehe
  • 1 Zweiglein Rosmarin
  • Zitronensaft

So gelingt die Zubereitung:
1. Backofen auf 190 °C (Umluft 170 °C) vorheizen. Toastbrot entrinden, in ca. 6 ½ cm große Quadrate schneiden. Auf beiden Seiten dünn mit Butter bepinseln. In die Förmchen drücken. Im Ofen (Mitte) 8–10 Min. backen, bis sie an den Spitzen knusprig braun sind. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

2. Für die Füllung, eine Ratatouille, Zucchini, Aubergine und Paprika in sehr kleine Würfel schneiden. Zwiebel hacken. Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel bei mittlerer Hitze anschwitzen, Knoblauch dazugeben, umrühren. Paprikawürfel 2 Min. mitbraten, Aubergine und Zucchini unterrühren, in 5–7 Min. bissfest garen.

3. Fischfilet salzen, pfeffern. In Olivenöl auf der Hautseite braten, bis die Oberseite nahezu gar ist. Umdrehen, Pfanne vom Herd ziehen. Gehackten Knoblauch und Rosmarin dazugeben, mit Zitronensaft beträufeln, 5 Min. ziehen lassen. Herausnehmen.

4. Toast-Körbchen (oder auf fein: Croustades) mit Ratatouille füllen, Fischfilets in kleine Stücke schneiden, obenauf legen.

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