Home / Living / Wohnen & Lifestyle

Living

Esszimmer einrichten: 7 Fehler und wie ihr sie vermeidet

von Nicole Molitor Erstellt am 23. Oktober 2020
Esszimmer einrichten: 7 Fehler und wie ihr sie vermeidet© unsplash.com/Annie Gray

Ein Tisch und ein paar Stühle. Was kann man schon beim Esszimmer einrichten falsch machen? Eine Menge! Hier kommen die besten Tipps und Ideen.

Kaum ein Raum wird bei der Wohngestaltung so stiefmütterlich behandelt, wie das Esszimmer. Selbst das Bad schätzt man als eigenständiges Zimmer. Der Essplatz jedoch wird meist als krudes Zwischending von Küche und Wohnzimmer vergessen.

Dabei spielt sich hier ein Großteil des Lebens ab: Wir nehmen im Esszimmer täglich unsere Mahlzeiten ein und versammeln uns hier mit unseren Freunden oder der ganzen Familie. Umso wichtiger ist es, dass der Essbereich ein Ort ist, wo man sich trotz aller Funktionalität wohlfühlt.

Obwohl kaum mehr als ein Tisch mit Stühlen dazugehört, kann man beim Esszimmer einrichten einiges verkehrt machen. Das gilt nicht nur für kleine Essnischen, sondern auch für offene Wohnküchen. Wie ihr den vorhandenen Platz richtig nutzt und das Esszimmer zum geselligen Mittelpunkt der Wohnung macht, lest ihr hier. Plus: Viele Tipps und Bilder zur Inspiration.

Im Video: Das sind die beliebtesten Einrichtungsstile

Video von Justin Amaral

Auch lesen: Küche gestalten mit wenig Geld: Die besten Ideen

1. Fehler beim Esszimmer einrichten: Falscher Esstisch

Das wichtigste Kriterium bei der Wahl des Esstischs ist die Anzahl an Personen, die daran sitzen soll. Bedenkt dabei, dass jeder einen Platz von mindestens 50 cm in der Breite und 40 cm in der Tiefe braucht. Wer häufig Besuch bekommt, viele Mitbewohner oder eine große Familie hat, sollte einen ausreichend großen Esstisch besorgen. Bei wenig Platz sind ausziehbare (Klapp-)Tische Gold wert.

Auch das Gestell des Tischs spielt eine Rolle. Am bequemsten sind Säulentische, da hier keine Tischbeine im Weg sind. Meist sind es runde Esstische, die nur einen einzigen Standfuß in der Mitte haben. Ringsum können sich je nach Größe bis zu sechs Personen versammeln. Für mehr ist bei den kommunikativen Rundtischen jedoch selten Platz.

Praktisch in kleinen Esszimmern sind quadratische oder rechteckige Tische, die man in Nischen schieben kann. Zu den Seiten solltet ihr 30 cm Platz einrechnen, damit die Leute leicht aufstehen können. Wollt ihr den Essbereich in die Küche integrieren, sind offene Tresen eine gute Idee. Es gibt sogar ausklappbare Modelle, die sich ebenso als Essplatz wie als Kücheninsel zum Kochen eignen.

Tipp: Um Platz in Küche oder Essraum zu sparen, könnt ihr bei den Esszimmermöbeln halbe Sache machen. Halbmondförmige Esstische schmiegen sich an die Wand und eignen sich prima als Tisch für Singles oder Paare. Eine clevere Lösung sind auch Klapptische, die sich direkt an der Zimmerwand montieren lassen und den Boden frei halten.

2. Fehler beim Esszimmer einrichten: Falsche Stühle

Der Kardinalfehler beim Esszimmer einrichten liegt darin, die Stühle nicht auf den Esstisch abzustimmen. Um gemütlich zu sitzen, sollte zwischen Tischplatte und Sitzfläche ein Abstand von 30 cm sein. Sind die Stühle zu hoch, stößt man mit den Knien an. Sind sie zu niedrig, ist die Neigung der Knie zu stark und ihr nehmt eine ungesunde Sitzhaltung ein.

Apropos Haltung: Ergonomisch sitzt man auf Freischwingern mit nachgiebiger Rückenlehne.

Vorsicht ist ebenfalls bei der Stuhlform geboten. Esszimmerstühle mit Armlehnen sind unpraktisch, wenn sie nicht unter den Tisch passen. Habt ihr ein großes Esszimmer, kann euch das egal sein. Hier bilden breite Sessel den perfekten Abschluss am Tischende.

Platzsparend, aber auf Dauer wenig komfortabel sind Sitzhocker, die flexibel unter den Tisch geschoben werden. Hier können sich spontane Gäste niederlassen. Für den täglichen Gebrauch sind Lehnstühle die bessere Wahl. Auch Sitzbänke erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Darauf kann man auch mal enger zusammenrücken, wenn Besuch auf der Matte steht.

Tipp: Seid ihr etwas kleiner, sind Esszimmerstühle mit Fußstütze eine gute Idee. Darauf könnt ihr beim Essen die Füße abstützen und bekommt keine nervösen Beine.

> Eine große Auswahl von Esszimmermöbeln findet ihr auch hier bei Home24.*

3. Fehler beim Esszimmer einrichten: Falsche Materialien

Seien wir ehrlich, das Esszimmer ist nicht der richtige Ort für feine Polsterbezüge und empfindliche Oberflächen. Eine weiche Rückenlehne ist in Ordnung, solange der Stoff abwaschbar ist. Polsterstühle, die komplett aus Samt bestehen, sind leider fehl am Platz. Zumindest dann, wenn im Esszimmer gegessen und gelebt wird – wie es wohl meistens der Fall sein dürfte, gerade bei Familien mit Kindern.

Besser sind abnehmbare Sitzpolster, die gegebenenfalls in der Maschine gewaschen werden können. Neben Stoff sind Modelle aus Kunstleder praktisch. Das Material passt sich rasch der Körpertemperatur an. Soßenspritzer lassen sich einfach mit einem feuchten Tuch abwischen. Für die schnelle Reinigung zwischendurch fahrt ihr das Polster mit dem entsprechenden Aufsatz des Staubsaugers ab.

Lesetipp: Polster reinigen: So wird der Bezug wieder sauber

Massivholzmöbel bleiben mit der richtigen Pflege zeitlos schön. Eine Tischplatte aus Echtholz sollte regelmäßig mit Holzöl behandelt werden, um nicht spröde zu werden. Im hektischen Alltag sind daher Furniertische praktischer. Kratzer lassen sich hier zwar nicht ohne weiteres abschmirgeln, aber die Oberflächen sind unkomplizierter zu handhaben.

Tipp: Um einen großen Esstisch weniger massiv wirken zu lassen, könnt ihr die Tischbeine Weiß streichen. Auch Pastellfarben sind beliebt. Entweder lackiert ihr die Möbel komplett oder nur teilweise. Modern und offen sieht zudem ein Glastisch mit transparenten Kunststoffstühlen aus.

Es müssen nicht immer die Esszimmerstühle sein, die die Farbe wechseln. Auch ein alter Holztisch kann mit neuem Anstrich zum Hingucker werden. Gleichzeitig versiegelt der Lack das Holz und macht die Oberfläche widerstandsfähiger.

Lesestoff: Kleine Küche einrichten: Geniale Ideen für mehr Stauraum

4. Fehler beim Esszimmer einrichten: Kaum Stauraum

Der Essplatz wird gerne als Ablage für Post oder Bürokram missbraucht. Um Tisch und Bänke weniger vollzumüllen, ist es sinnvoll, Stauraum im Esszimmer zu schaffen. Am aufgeräumtesten sieht es aus, wenn ihr den Kram hinter geschlossenen Türen in Sideboards oder Kommoden aufbewahrt.

In kleinen Räumen sind Sitzbänke mit verstecktem Stauraum unter dem Polster genial. Darin finden zusätzliche Sitzpolster, Tischdecken oder die große Spielesammlung Platz. Als Stauraumwunder entpuppen sich ebenfalls manche Esstische, die in ihrem Standfuß integrierte Schubladen oder Fächer verbergen.

Hübsches Geschirr und das Lieblingsporzellan lassen sich sauber und ordentlich in Vitrinen unterbringen. In den Glasschränken sind die Teller und Tassen vor Staub geschützt und trotzdem frei zu bestaunen. Wer viel Platz hat, kann zu Vintage-Buffets greifen oder mehrere Bücherschränke mit Glastüren nebeneinander aufreihen. Luftiger wirken halbhohe Vitrinenschränke mit schmalen Metallrahmen.

Tipp: Für mobilen Stauraum sorgen Servierwagen (hier bei Home24)*, mit denen ihr die Speisen bequem aus der Küche zum Essplatz befördert.

Auch lesen: Küche dekorieren: Tipps und Ideen zum Nachmachen

5. Fehler beim Esszimmer einrichten: Schwache Beleuchtung

An kaum einem anderen Ort in der Wohnung ist die richtige Beleuchtung so elementar wie im Esszimmer. Schließlich wollt ihr doch erkennen, was ihr da esst. Ideal sind höhenverstellbare Pendelleuchten. So könnt ihr den Essplatz optimal ausleuchten. Dabei gilt die Faustregel, dass die Lampe circa 60 cm über der Tischplatte hängen sollte, um nicht zu blenden.

Die Wahl der Esstischlampe richtet sich nach der Form des Esstischs. Ein eleganter Kerzenleuchter setzt einen runden Tisch perfekt in Szene. Zur Beleuchtung einer langen Tafel bedarf es dagegen mehrerer Deckenleuchten. Achtet ebenfalls auf das Material: Lampenschirme aus Stoff gehören ins Schlafzimmer. Am Essplatz sind abwischbare Schirmleuchten aus Metall oder Plastik praktisch.

Tipp: Wenn sich über eurem Esszimmertisch kein Lampenanschluss befindet, erweisen sich Stehleuchten mit Rundbogenform als nützlich.

Euer Esszimmer umfasst nicht bloß einen Tisch mit einer Stuhlgruppe? Um dem Raum mehr Tiefe zu geben, könnt ihr die Schränke und Sideboards mit Möbelleuchten ausstaffieren. Indirekte Lichtquellen wie LED-Lichterketten erhellen auch die Raumecken und gestalten das Zimmer behaglicher.

Tipp: Wer ein gemütliches Ambiente beim Dinner mag, sollte über eine dimmbare Esstischlampe nachdenken. Bei einer Lichtfarbe von 3.000 Kelvin sehen die Gerichte auf dem Teller noch natürlich aus. Für ein romantisches Candle-Light-Dinner dürfen die passenden Kerzen oder Teelichter nicht fehlen.

6. Fehler beim Esszimmer einrichten: Schlechte Einteilung

In Einzimmerwohnungen sind Wände Mangelware. Um den Essplatz von anderen Wohnbereichen abzugrenzen, sind Teppiche eine gute Möglichkeit. Ob rund oder quadratisch – der Teppich folgt in der Form dem Tisch und sollte diesen mitsamt aller Stühle einrahmen. Damit keine gefährliche Stolperfalle beim Zurückschieben der Essstühle entsteht, ist es wichtig, dass der Teppich ringsum 30 cm größer ausfällt.

Weil im Esszimmer schon mal der ein oder andere Krümel auf den Boden fällt, sollte der Teppich möglichst pflegeleicht sein. Spezielle Esszimmerteppiche aus Kunstfasern wie Polypropylen sind strapazierbar genug, um häufiges Stühlerücken und feuchte Putzaktionen zu verkraften.

Tipp: Achtet auf einen kurzen Flor. Flache Teppiche lassen sich leichter saugen und sind weniger anfällig für Druckstellen durch schwere Möbel. Gegen rutschende Teppiche helfen Antirutschmatten (hier bei Otto erhältlich)*.

Als Raumteiler kann auch ein hohes Regal dienen. Oder ihr macht euch die übrigen Möbel zu Nutze und setzt die Sofalehne gezielt als Trennwand ein. Unterschiedliche Wandfarben unterstreichen den Übergang vom Essbereich zum Wohn- oder Arbeitszimmer. Damit der Farbwechsel nicht so hart wirkt, könnt ihr Kontrastwände als halbhohe Bordüre über der Tür oder einem Regal verblenden.

Lesestoff: 'Raumkünstler' bei Netflix: Die 5 besten Interior-Design-Tricks

7. Fehler beim Esszimmer einrichten: Keine Deko

Ebenfalls häufig zu kurz kommt die Deko im Esszimmer. Bunte Textilien wie Tischdecken, Servietten, Platzsets und Sitzpolster machen den Essplatz zu einem Ort, wo man sich gerne länger aufhält. Damit es nicht zu unordentlich wirkt, solltet ihr euch beim Esszimmer einrichten für eine Farbe entscheiden. Das gilt nicht nur für die Stoffwahl, sondern auch bei der Wanddekoration mit Bildern.

> Schöne Tischdekoration könnt ihr hier bei Butlers shoppen.*

Tischdeko: Im Video seht ihr, wie ihr den Esstisch richtig eindeckt

Video von Aischa Butt

Bei bunten Esszimmermöbeln sollte der Rest des Raums eher ruhig gehalten sein. Helle Farben und schon ein einzelner Spiegel können dabei helfen, das Zimmer größer wirken zu lassen, als es ist.

Tipp: Symmetrie ist ein einfaches Mittel, um mehr Ruhe in euer Esszimmer zu bringen. Das kann ein Tischläufer in der Mitte sein oder ein Wandbild, das die ganze Tischbreite abdeckt.

Wagt einen Stilbruch und kombiniert warme Hölzer mit coolem Metall. Fabriklampen und Spinde holen den Industrial-Look in euer Esszimmer. Ein Sideboard aus Holz mit Wiener Geflecht macht sich nicht nur gut im Schlafzimmer, sondern verbreitet auch beim Essen und Trinken gemütlichen Boho-Charme. Dazu passen Stuhlkissen aus Leinen oder über die Lehne gehängte Felle.

Tipp: Streicht eine Kontrastwand mit schwarzem Tafellack (hier bei Amazon)*. Der Anstrich lässt sich nach dem Trocknen mit normaler Kreide beschriften. Perfekt für individuelle Esszimmer-Deko oder als lebensgroßer Einkaufszettel.

Als Farbtupfer dienen immergrüne Zimmerpflanzen, luxuriös präsentiert in Glasboxen. Ein Strauß Trockenblumen auf dem Tisch ist bei der Einrichtung ebenso angesagt wie Vasen mit Pampasgras und selbst vor großflächigen Mustertapeten müsst ihr euch beim Essplatz gestalten nicht fürchten. Seid kreativ und mutig – so wird der Essbereich bald schon zu eurem neuen Lieblingsplatz!

Tipp: Schlichte Kommoden lassen sich im Handumdrehen mit dekorativen Türknäufen nachrüsten und für einen spontanen Tapetenwechsel reicht es oft schon, die Schranktüren frisch zu lackieren.

* Affiliate Link