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Obst aufbewahren: So werden Früchte richtig gelagert

von Nicole Molitor Erstellt am 24. September 2020
Obst aufbewahren: So werden Früchte richtig gelagert© Getty Images/iStock

Keller oder Kühlschrank? Wir verraten, wie und wo ihr euer Obst aufbewahren solltet, damit es länger frisch bleibt.

Kein Apfel der Welt schmeckt so gut, wie frisch vom Baum gepflückt. Denn traurige Tatsache ist, dass Obst und Gemüse nach dem Ernten zum Sterben verdammt sind. Nicht nur, weil sie gegessen werden. Durch die Trennung vom Mutterstamm oder der Mutterwurzel werden sie nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und gehen ein. Das ist die Natur der Sache.

Wie schnell die Früchte faulen, kann man zum Glück beeinflussen. Denn durch die richtige Lagerung lässt sich die Lebensdauer oft einfach verlängern. Wichtig ist dabei vor allem, Obst so aufzubewahren, dass es vor Feuchtigkeit, Licht und Wärme geschützt ist. Hier gilt je nach Obstsorte: Früchte so lagern, wie sie es von ihrem Herkunftsland gewohnt sind.

Welche Temperaturen und Lagerungsbedingungen sich daraus ergeben, lest ihr hier. Wir zeigen, wo und wie genau ihr Obst aufbewahren solltet, damit es länger frisch und knackig bleibt. Außerdem verraten wir, wie sich Obst und Gemüse vertragen und welche Sorten ihr getrennt lagern solltet.

Tipp: Anders als Kartoffeln, Reis oder Mehl gehört Obst zu den Lebensmitteln, die nicht für eine lange Lagerung in der Vorratskammer vorgesehen sind. Der beste Trick für frische Früchte ist daher, immer nur kleine Mengen einzukaufen, die man innerhalb der nächsten paar Tage verbrauchen kann.

 

Obst richtig lagern: Drei Tipps für längere Haltbarkeit

Bevor wir uns auf die Suche nach dem idealen Ort zur Aufbewahrung der einzelnen Obstsorten machen, wollen wir euch ein paar allgemeine Tipps zum Obst lagern an die Hand geben.

1. Nicht waschen: Obst sollte immer ungewaschen gelagert werden. Die natürliche Schutzschicht um die Früchte wirkt wie ein Puffer gegen Verdunstung und verhindert, dass das Obst schrumpelt und vertrocknet. Erst kurz vor dem Verzehr die Früchte abwaschen, um Keime, Viren und giftige Pestizide zu entfernen.

2: Kein Kontakt: Durch Druckstellen fault Obst schneller. Daher die Früchte so lagern, dass sie sich nicht gegenseitig berühren und möglichst weich liegen. Im Keller könnt ihr beispielsweise selbst geerntete Äpfel auf einer Schicht Zeitungspapier betten – nebeneinander, nicht aufeinander.

3. Spät aufschneiden: Angeschnittenes Obst verliert rasch Vitamine und ist anfälliger für Bakterienbefall. Um Früchte länger haltbar zu machen, solltet ihr sie erst kurz vor dem Verzehr aufschneiden. Zitronensaft über das Fruchtfleisch träufeln, damit es nicht durch den Sauerstoffkontakt braun anläuft. Halbiertes Obst mit der Schnittfläche nach unten und in Frischhaltefolie gewickelt im Kühlschrank aufbewahren.

Im Video: So räumt ihr den Kühlschrank richtig ein

Video von Justin Amaral
 

Heimisches Obst im Kühlschrank aufbewahren

Heimische Obstsorten bekommen draußen auf dem Feld oft sehr niedrige Temperaturen oder sogar Frost mit. Sie sind daher robust genug, um auch nach der Ernte im Kühlschrank aufbewahrt zu werden. Hier sind die süßen Früchte vor lästigen Fruchtfliegen geschützt. Durch die kalte Umgebung verlangsamt sich zudem der Reifeprozess, wodurch das Obst länger hält.

Nachteil der Lagerung im Kühlschrank: Obst verliert durch die Kälte an Aroma, Farbe und Vitaminen. Äpfel können dadurch auf Dauer mehlig werden. Damit die Früchte nicht schimmeln, empfiehlt es sich, sie in atmungsaktive Papiertüten oder Stoffbeutel zu verpacken. Beeren dagegen offen aufbewahren und Früchte wie Pflaumen in feuchtes Küchenpapier einschlagen, sodass sie nicht austrocknen.

Wohin mit dem Obst im Kühlschrank? Regionales Steinobst und Kernobst hält sich bei rund 8 Grad im Gemüsefach eine Woche. Beeren mögen es noch kühler. Im unteren Fach des Kühlschranks bleiben die Sensibelchen selbst bei etwa 3 Grad maximal fünf Tage frisch.

Lesetipp: Diese Lebensmittel solltest du nicht im Kühlschrank lagern

Welches Obst kann man im Kühlschrank lagern?

  • Äpfel
  • Birnen
  • Quitten
  • Aprikosen
  • Pfirsiche und Nektarinen
  • Erdbeeren
  • Kirschen
  • Heidelbeeren/Blaubeeren
  • Johannisbeeren
  • Weintrauben
  • Feigen
  • Kakis
  • Kiwis
  • Pflaumen/Zwetschgen


Tipp: Damit das kalt gestellte Obst beim Essen lecker süß schmeckt, solltet ihr die Früchte gut eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank nehmen und bei Zimmertemperatur "akklimatisieren" lassen.

Auch lesen: Äpfel lagern: Mit diesen 6 Tipps werden sie nicht mehlig!

 

Exotisches Obst bei Raumtemperatur aufbewahren

Tropische Früchte sind warme Temperaturen gewohnt und haben daher nichts im Kühlschrank verloren. Zu viel Wärme und Sonnenlicht sollten die Südfrüchte nach der Ernte allerdings auch nicht abbekommen, da sie dadurch an Vitaminen verlieren und zu schnell altern. Ein schattiger, kühler Ort ist für Exoten genau richtig.

Wohin mit dem Obst außerhalb vom Kühlschrank? Im Keller, Flur oder in einer dunklen Zimmerecke entwickeln die Südfrüchte ihr vollmundiges Aroma und können gegebenenfalls noch nachreifen. Die Wohlfühltemperatur liegt bei etwa 13 Grad. Offen aufbewahrt in einer Obstschale kommt genügend Luft an die Früchte. Aber kein schweres Obst stapeln, sonst gibt es Druckstellen.

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Besonders warm und hell mögen es übrigens Bananen. Im Kühlschrank erleben sie dagegen einen Kälteschock. Die Bananenschale färbt sich braun, obwohl die Frucht noch genießbar ist. Wie in der Natur aufgehängte Bananen halten besonders lange. Einen passenden Bananenhalter gibt es etwa hier bei Amazon*.

Mehr lesen: Mit diesen 4 Tricks bleiben Bananen länger frisch

Welches Obst kann man bei Zimmertemperatur lagern?

  • Avocados
  • Ananas
  • Bananen
  • Mangos
  • Melonen
  • Orangen
  • Grapefruits
  • Mandarine/Clementinen
  • Zitronen
  • Limetten
  • Papayas
  • Maracujas
  • Granatäpfel


Tipp: Zwar verlängert der Kühlschrankaufenthalt die Lebensdauer von Süd- und Zitrusfrüchten von rund 5 Tagen auf 3 Wochen, doch das Obst verliert dadurch an Geschmack und wird häufig matschig. Falls ihr die Lebensmittel im Kühlschrank aufheben wollt, dann gehören sie dort ins kühle Gemüsefach. Lediglich angeschnittene Früchte solltet ihr immer richtig kalt stellen.

 

Kann man Obst und Gemüse zusammen lagern?

Ob man Obst und Gemüse zusammen aufbewahren kann, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es kommt bei der Lagerung auf einen entscheidenden Faktor an: Das Ethylengas. Manche Obst- und Gemüsesorten bilden das Reifegas und lassen dadurch umliegende Früchte schneller reifen und altern bzw. verderben.

Gemüsesorten und Früchte, die Ethylen produzieren, sollten immer getrennt gelagert werden – auch wenn sie ähnliche oder gleiche Anforderungen an die Lagerung stellen wie andere Sorten. Neben etwas Abstand (auch im Kühlschrank) steht einer guten Nachbarschaft nichts im Wege, wenn ihr für eine ausreichende Belüftung vor Ort sorgt. Dadurch reichert sich kein Ethylen an.

Lesestoff: Die 5 besten Methoden, um Lebensmittel haltbar zu machen

Dieses Obst und Gemüse geben Ethylen ab und sollten getrennt aufbewahrt werden:

  • Äpfel
  • Birnen
  • Bananen
  • Avocados
  • Pfirsiche
  • Nektarinen
  • Pflaumen/Zwetschgen
  • Kiwi (reif)
  • Nektarinen
  • Mango
  • Feige
  • Passionsfrucht
  • Tomaten
  • Gurken
  • Brokkoli
  • Paprika
  • Pilze
  • Spinat


Gemüse- und Obstsorten, die selbst Ethylen bilden, reagieren auch empfindlich auf Ethylen. Unempfindlich gegen das Reifegas sind Kürbisse und Kartoffeln.

Tipp: Stark riechende Gemüsesorten wie Zwiebeln oder Kohl solltet ihr nicht in der Nähe von Obst aufbewahren, da die Früchte das Aroma aufnehmen können.

Quelle: Bundesministerium Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT)

 

Welche Obstsorten können nachreifen?

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Obst aufbewahren ist die Frage, welche Obstsorten man schon reif kaufen muss und welche gegebenenfalls noch zu Hause nachreifen. Denn obwohl viele Früchte unreif im Supermarkt angeboten werden, passiert da auch durch Warten nicht mehr viel in Sachen Reife.

Diese Obstsorten können nicht nachreifen:

  • Ananas
  • Brombeeren
  • Clementinen
  • Erdbeeren
  • Granatäpfel
  • Grapefruits
  • Himbeeren
  • Kirschen
  • Zitronen und Limetten
  • Litschis
  • Mandarinen
  • Orangen
  • Trauben

Auch lesen: 10 Tricks, mit denen eure Lebensmittel länger halten

Durch gezieltes Lagern neben ethylenabgebenden Früchten oder Gemüsesorten kann so manches unreifes Obst aus dem Handel nachreifen. Auch ein kurzer Aufenthalt an einem sonnigen Platz kann den Reifeprozess beschleunigen. Aber nicht übertreiben und das Obst regelmäßig kontrollieren, damit es nicht schlecht wird.

Diese Obstsorten können nachreifen:

  • Äpfel
  • Aprikosen
  • Avocados
  • Bananen
  • Birnen
  • Feigen
  • Guaven
  • Heidelbeeren
  • Kiwis
  • Mangos
  • Nektarinen
  • Pfirsiche
  • Papayas
  • Passionsfrüchte
  • Pflaumen
  • Wasser- und Honigmelonen

Quelle: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)

Je reifer das Obst ist, umso süßer schmeckt es. Wer eine Lebensmittelunverträglichkeit oder Reizdarm hat und empfindlich auf Fruchtzucker (Fruktose) reagiert und davon beispielsweise Blähungen bekommt, sollte Obst möglichst grün und unreif essen.

 

Obst verwerten und haltbar machen

Runzlige Äpfel oder braune Bananen sind kein Fall für die Tonne! Im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung lässt sich überreifes Obst gut verwerten. Druckstellen könnt ihr einfach großzügig abschneiden und das weiche Obst zu leckeren Smoothies oder Bananenbrot pürieren. Auch Obst-Crumble oder Bratapfel mit Streuseln lassen sich daraus zubereiten.

Alternativ kocht ihr aus überreifem Obst süße Fruchtliköre, Marmeladen oder Chutneys. Der Zucker konserviert die Früchte und macht das Obst haltbar. Die Dörrmethode funktioniert bei Obst ebenfalls super. Wie wäre es beispielsweise mit gesunden Apfelchips aus Ofen oder Dörrautomat (hier bei Otto)*?

Lesetipp: Geniale Rezepte für Resteessen, die Zeit und Geld sparen

Wer sich einen Vorrat an Sommerfrüchten für den Winter anlegen möchte, kann einfach das Obst einfrieren. Hier solltet ihr die Früchte allerdings vorher waschen, schälen und portionsweise in Gefrierbeutel verpacken. Ewig ist gefrorenes Obst jedoch nicht haltbar. Denn auch hier gehen mit der Zeit Vitamine verloren.

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